Caro am Calmont

Calmont – Moselsteig mit ganz viel Aussicht

Calli, Callo, Calmont! Steilster Weinberg Europas? Und das quasi vor der deutschen Haustür? Na dann mal die Schuhsohlen unter die Füße geschnallt & raus!

Die Tour zum Calmont von Neef nach Ediger-Eller ist die 16. und wohl kürzeste Etappe auf dem Moselsteig. Mit ihrer nur knapp 8 km Länge wirkt sie vor dem Start zunächst sehr putzig. So liegt zwischen den beiden Endpunkten gerade mal 1 km, wäre da nicht der dicke „Calli“ im Weg. Maximal 380 m hinauf zieht es uns im Dezember früh morgens schon aus dem Bett.

Moselsteigschild

Die Wanderstiefel gezurrt und los

Gestartet wird in Neef, einem kleinen Örtchen mit bezaubernden Fachwerkhäusern und schmalen Gassen. Still liegt es noch schlummernd unter der Nebeldecke des Morgens. Unweit von unserer Unterkunft, geht es von hier direkt auf den Moselsteig.

Fachwerk in Neef

Na klar. Und es wären nicht wir, wenn… wir uns nicht durch ein morgendliches Start-Verläuferchen in die entgegen gesetzte Richtung HINAUF in die Weinberghänge zusätzliche 4 km aufgebrummt hätten für den Tag. Hach jaaaa!

Caro schmollt wegen Verlaufen zum Calmont

2. Start in richtiger Richtung

Alles auf Anfang und los Richtung Bremm und Ediger-Eller (also hier nochmal aufpassen für alle Wandereuphorischen wie wir: nicht Richtung Eulenköpfchen watscheln!) Der Moselsteig führt uns mit seinem gelb leuchtendem Logo zunächst zum Ortsrand von Neef und anschließend über die Moselbrücke, an deren Ende wir auf einen Wirtschaftsweg wechseln.

Und in der Stille des Morgens empfängt uns mit kräftigem Geblööööke, kein anderer als Mr. von und zu Callo & Wächter über den Calmont mit seinen 2 entzückenden Schafsdamen. Möööööhhhhhh!

Rechts abbiegend huschen wir…puhhhh, an einer Kläranlage…vorbei und biegen in einen Feldweg ein, der uns auf einen kleinen Bach stoßen lässt. Diesen überquert, erreichen wir nach 1,4 km die ersten Häuser von Bremm und landen in einer bezaubernden Rau-Reif-Romantik.

Durch die knisternde Stille des Nebels leitet uns der Pfad oberhalb von Bremm immer entlang an Weinreben und wunderschönen Obstplantagen und trifft nach Überquerung der Straße auf einen kleinen Parkplatz.

Als mehrtägige Moselbegeisterte eine ungewohnt flache Wegstrecke und das ziemlich langanhaltend. Aber von dort an geht’s dann endlich hinauf!

Obstplantage

Aufstieg zum Calmont

Durch den Wald in stetigen Serpentinen schrauben wir uns von hier an immer weiter hinauf und werden nach kurzer Zeit begleitet vom Kreuzweg. Wunderbar ausgeschildert, prusten wir uns den Hang empor,

…verlieren vor lauter Glitzer und Naturschönheit noch kurz die Mütze, arghhh…

…und kommen an der Kreuzkappelle an.

Der Wanderführer meint, dass der Anstieg hier fast geschafft ist. Emmmm, NEIN! Es geht weiter bergan über einen schmalen Waldpfad auf dem wir später zu einer Kreuzung gelangen. Rechts abbiegend watscheln wir ab jetzt auf gerader Strecke direkt auf unser Ziel zu.

gerodete Kuppe des Schneebergs

Hallo, ich will Aussicht! Können wir jetzt bitte aussicht-en und das ohne Abstand zur Kante! Mäooow!

Et Voilá!

Calmontaussicht

Sonnenbrille auf und Chilli-De-Hilli! Der wohl mit schönste Ausblick an der Mosel erwartet dich hier. Mal galant vernebelt, mal bei klarer Sicht. Egal wie, es ist phantastisch! Für uns verschleiert, wartet hier auch ohne flauschige Wolkendecke eine herrlicher Aussicht auf die enge Moselschleife und ihre umliegenden Örtchen.

Für mich allerdings irgendwie gerade genau das richtige, wie ein Vögelchen über den Wolken…awwwhhhh!

Caro am Calmont

 

Da es bis kurz vor den Gipfel leider eine Autoverbindung gibt, teilt man sich an dieser Stelle bei gutem Wetter immer mal wieder mit Familienaufläufen und Sonntagsspaziergängern das Pflaster. Aber ein gemütlicher Plausch ist ja manchmal auch gar nicht so schlecht.

Aus der Sonne in den Nebel

Der Abstieg wartet noch einen kurzen Moment und der Pfad führt uns nun hinter dem Gipfelkreuz wieder in den Wald zurück, hin zum Original-Nachbau eines römischen Tempels und zur Schutzhütte an der Hangkante, die zu einem längerem Päuschen einlädt.

Da der Nebel uns die Aussicht auf Sehenswürdigkeiten verschleiert, sparen wir uns den Weg zum Felsvorsprung Vier-Seen-Blick und müssen den Blick auf die Klosterruine Stuben leider ungeachtet verlassen. Mit vielen OOOO´s und AAAA´s im Gepäck staunen wir nach knappen 50 m über den beginnenden Abstieg nicht schlecht, der sich als steiler Schlengelpfad in fast gerader Linie zum Berggrat hinab windet. Hier ist höchste Vorsicht geboten!

Wenn nicht schon vorher, jetzt auf jeden Fall:  Stöcker raus und losgeklappert!

Immer weiter hinab nimmt der Moselsteig richtig Fahrt auf und wird vom gemütlichen Muddi-Spatzierweg zum abenteuerlichen und felsigen Gebirgspfad mit Seilsicherungen. Und das mit zunehmendem Höhenverlust durch die Nebelsuppe. Sicher nichts gegen den Klettersteig, aber hier für uns als Rucksacktouris nochmal eine kleine schweißtreibende Nummer! Unten angekommen ist der Rest nur noch Schnicki-Schnacki. Talauswärts leitet uns der Moselsteig an den Gleisen entlang, hin zur Straße und mit ihr nach wenigen Schritten zum Ziel der Etappe, Ediger-Eller.

Kurz & Knapp: Alle Infos zur Calmont-Tour

Und wo liegt der „Calli“ ?

Eckdaten

16. Moselsteigetappe : Neef – Ediger-Eller

Distanz : 8km

Zeit : 2,5 – 3 Std.

Höhenmeter : 300m

Anforderungen

Vielleicht eine kurze, dennoch eine Tour, die es in sich hat. Mit einem lang gezogenen Anstieg zum Gipfel und einem steilen Abstieg der etwas technisches Geschick erfordert, verlangt die Route dem Wanderbegeisterten Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, insbesondere beim Abstieg ab.

Tourenbeschreibung

Die Wanderung zum Calmont sowie die komplette Tour auf dem Moselsteig haben wir mit dem Rother Wanderführer „Moselsteig“ geplant, der auch während der Tour hervorragend als Tourenguide dient. Noch mehr Inspiration und Information zu Sehenswürdigkeiten haben wir zusätzlich über den Wanderführer „Moselsteig“ von Ein schöner Tag WANDERN zusammen gesammelt. Hier findest du nochmal alles was du gebrauchen könntest, von der Tour über den Klettersteig, Taxi-Nummern und Parkplatzmöglichkeiten sowie Auskünfte zu öffentlichen Verkehrsmitteln u.Ä.

Unterkunftstipp

Du planst einen Moselurlaub am Calmont und suchst eine Schlafmöglichkeit mit gutem Preis-Leistungsverhältnis? Im Haus Mona Lisa im kleinen Örtchen Neef bist du bestens aufgehoben. Mit viel Gastfreundschaft in gemütlichem Ambiente und ordentlichem sowie sauberen Zimmer bekommt man hier den Eindruck eines Besuchs bei Freunden. Die sehr aufopfernde und bezaubernde belgische Wirtin des Hauses muss man mit ihrer umsorgenden Art einfach sofort in sein Herz schließen. Ein TOP! von uns für diese Pension!

Etwas Variation gefällig?

Wenn du weniger bepackt bist und auf der Suche nach Adrenalin, bietet der Calmont den Kletterabenteurern und Schwindelfreien insbesondere im Sommer mit seinem berühmten Calmont-Klettersteig eine phantastische Tour in den warmen steilen Hängen entlang des Moselschiefers.

Mehr Infos zum Moselsteig & Calmont-Klettersteig  gefällig?

Schau doch mal hier vorbei :

 

So nun seid ihr dran? Schon mal rund den Calmont die Stiefelchen gezurrt? Es soll ja noch sooooo viele andere tolle Pfad rund um den Weinberg geben. Erzählt uns davon und von euren Tipps rund um das Thema Moselsteig. Wir freuen uns von euch zu lesen!


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Hey, ich bin Caro. Leidenschaftliches Outdoor-Mädchen, chronische Wohnsitznomadin und ständig in Bewegung. Umso entfernter die Couch, desto glücklicher bin ich. Wenn nicht mit der Natur unter den Füßen, entfliehe ich dem Alltag sonst gern mit der Nase in Reiseberichten und Outdoor-Blogs. Planen. Recherchieren. Inspirieren. Auf Bergstorming berichte ich über unsere Reisen und füttere dich mit wertvollen Infos zu Vorbereitungen, Wanderrouten, Hot-Spots und Insides. Komm einfach mit!

2 Kommentare
  1. antworten Yvonne 14. Januar 2017 at 15:32

    Danke für den wunderschönen Bericht, der total Lust auf den Moselsteig macht. Ich fange dieses Jahr erstmal mit dem Harz an, aber die Mosel steht zum wandern auch defintiv auf meiner „möchte ich machen“-Liste.
    Viele liebe Grüße
    Yvonne

    • antworten Caro 15. Januar 2017 at 12:37

      Hey hey Yvonne, vielen Dank für dein Feedback. Freuen uns total dich damit inspirieren zu können. Die Mosel ist wirklich soooo toll! Wenn du dort in der Gegend bist, kann ich dir als Einstieg sehr den Calmont empfehlen. Dabei sind zwischen Neef und Cochem zwar noch soooo viele tolle andere Wanderabschnitte, dass es unsagbar schwer fällt, sich für die Lieblingsorte zu entscheiden. Määäow! Aber eine Top-Spot-Liste muss wirklich noch her. Mal sehen 😀 Auf dem Harzer Hexenstieg wünsch ich dir aber erstmal ganz viel Spaß und tolle Aussichten!

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