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Gas, Spiritus, Holz… – Welcher Kocher rockt unterwegs?

Damit wir auch unterwegs immer was Warmes auf den Teller bekommen, gibt es fern ab von traditionellen Lagerfeuern noch andere Wege Essen zu kochen. In diesem Artikel werden wir ĂŒber die unterschiedlichen Kocher sprechen und dir erklĂ€ren, welchen Kocher wir nutzen und warum.

Warum ein Kocher?

Neben dem erheblich erhöhten Reisekomfort, den so ein Kocher mit sich bringt, hat er noch viele andere Vorteile. NatĂŒrlich kannst du dein Essen kochen und GetrĂ€nke erhitzen aber er kann mehr.

Gewicht sparen

Du kannst zum Beispiel auf schockgefrostete Nahrung zurĂŒckgreifen, der die FlĂŒssigkeit entzogen wurde oder auch Nudeln und Reis aufkochen. All diese Gerichte wiegen in ihrem Normalzustand sehr wenig. Lediglich Wasser, was wir hĂ€ufiger auf unserem Weg auffĂŒllen können muss hinzugefĂŒgt werden. Der Kocher macht den Rest. Und das bei relativ geringem Eigengewicht und kompaktem Format.

Energie erzeugen

Ich muss zugeben, so richtig ausgereift ist das alles noch nicht, aber es gibt einige Kocher, die beim Kochen auch dein Smartphone oder eine Powerbank aufladen können. Hier wird erzeugte Hitze in Energie umgewandelt. Das geht zum Beispiel mit diesen Kochern:

Trockner

Klar, wir haben hier wegen der GrĂ¶ĂŸe der Flamme nicht unbedingt die Monster Power, aber fĂŒr Kleinigkeiten, wie Handschuhe tuts!

Heizung

So werden wir ihn wohl seltener nutzen, aber Flammen erhitzen nicht nur, sondern heizen natĂŒrlich auch.

Welcher Kocher?

Wie bei allen AusrĂŒstungsgegenstĂ€nden gibt es auch hier nicht DIE Lösung, aber schau dir erstmal an, was es ĂŒberhaupt so gibt.

Die verschiedenen Brennstoffe unterschieden sich in Leistung, Gewicht und FunktionalitĂ€t, wobei man auch den Preis nicht vergessen darf. Wir unterteilen generell in flĂŒssig, fest oder gasförmig.

Gas

Gaskocher

Quelle: Amazon

Vermutlich die hĂ€ufigste Art unterwegs zu kochen. Leicht, einfach und sauber. Hierbei feuert man mit Gaskartuschen, die mit FlĂŒssiggas (Button oder Propan) gefĂŒllt sind. Großer Nachteil in meinen Augen ist hierbei der Recycling-Faktor. Die Kartuschen werden nĂ€mlich leer gemacht und danach weggeworfen. Folglich schleppt man auch leere Kartuschen bis zum Ende der Tour mit sich rum.

Im Vergleich zu den anderen Brennstoffen sind Gaskocher jedoch sofort einsatzbereit und besser zu regulieren. Ventil auf und los geht’s! Bei niedrigen Temperaturen oder großen Höhen (Luftdruck) nimmt die Leistung der Gaskocher außerdem ab.

Soweit ich weiss darf man die Kartuschen auch nicht mit in den Flieger nehmen. Ein großes Problem fĂŒr Weltenbummler.

Benzin

Benzinkocher

Quelle: Amazon

Benzinkocher und Campingkocher fĂŒr andere FlĂŒssigbrennstoffe wie Diesel, Kerosin und Petroleum sind dagegen etwas komplizierter in der Anwendung. FlĂŒssigbrennstoffe mĂŒssen unter Druck gesetzt und vorgeheizt werden. Dann gelangt der Brennstoff durch einen Verdampfer und wird letztendlich gasförmig ausgepustet. Leider rußen sie manchmal stark und bringen dadurch Ă€rgerlich viel Reinigungsaufwand mit sich.

Benzin kann anders als Gas auch bei extrem niedrigen Temperaturen und bei sehr geringem Luftdruck arbeiten, was diese Brenner gerade auf Expeditionen sehr beliebt macht. Weiterhin trumpft der Benzinkocher mit hohen Brennwerten.

Keine Kartuschen, man kann die BrennstoffbehĂ€lter also wieder auffĂŒllen. Das geht sogar an der Tankstelle.

Verschiedenen Brennstoffe bringen verschiedene Eigenschaften mit sich. Ein bisschen Lego-Feeling also beim Wechseln. DĂŒse, BrennstoffbehĂ€lter…zack zack!

Ach und zum Thema Gewicht: Bei lÀngeren Touren gleicht sich das höhere Eigengewicht des Benzinkochers mit dem leichteren Brennstoff aus.

Spiritus

Spirituskocher

Quelle: Amazon

Spiritusbrenner sind die Königsklasse des Minimalismus. Spiritus in ein GefĂ€ĂŸ, anzĂŒnden fertig! Sehr einfache Handhabung, wenig Gewicht und auch noch gĂŒnstig in der Anschaffung. Hier haben wir den beliebtesten Kocher fĂŒr AnfĂ€nger.

Leider bringt das auch Probleme mit sich. Wir haben einen geringeren Heizwert (ca. 1/2 Benzin), er rußt und muss bei Minustemperaturen angewĂ€rmt werden.

Tipp von Alex von Bergreif: Wenns kalt ist den Spiritus am Mann tragen. So kĂŒhlt er durch die Körpertemperatur nicht aus.

Tipp gegen Ruß: ca. 10% Wasser zugeben, dann verringert sich der schwarze Spaß. Leider leidet die Leistung darunter.

Brennpaste

Spiritus wird durch Calciumacetat in eine festere Paste verwandelt. Kippt man einen Brenner mit Paste um, lĂ€uft die Suppe nicht aus, ist also sicherer. ZusĂ€tzlich ist Brennpaste auch in der KĂ€lte besser zu entzĂŒnden.

Holz

Holzkocher

Quelle: Amazon

Der Brennstoff, den man nicht mal mitnehmen muss. Wir sind die meiste Zeit in der Natur unterwegs. Was wir dort in Massen finden ist Holz! Somit geht der erste Punkt an den Holzkocher.

Hier heizt man aber nicht wie an einem offenen Lagerfeuer, sondern macht sich den natĂŒrlichen Kamineffekt zu nutze. Der Holzkocher holt alles aus dem Brennstoff raus und heizt erstklassig auf kleinstem Raum. Er ist ein anspruchsloser Allesbrenner. Kleine Äste, Zapfen, Zweige, Rinde, trockenes Gras, selbst feuchtes oder morsches Holz kann zugegeben werden, sobald er losgelegt hat.

Die Leistung liegt ĂŒber dem Spirituskocher aber meist noch unter Gas und Benzin.

Der Große Nachteil ist klar: Gibt es kein Holz, können wir nicht kochen. Ist alles nass/gefroren können wir nicht Kochen.

Esbit

Esbitkocher

Quelle: Amazon

Esbit (Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform) ist der Markenname fĂŒr einen weißen, harten Brennstoff, der nichts anderes als Trockenspiritus ist. Er ist zwar sehr leicht, eigentlich aber wegen seiner geringen Brennleistung nur fĂŒr kleinere Manöver. Kaffee und Tee kochen sollte er packen. Er benötigt Windstille und darf nicht nass werden.

Der Esbit-Kocher wird von der Bundeswehr und dem österreichischen Bundesheer zur Zubereitung der Hauptgerichte aus der Einmannpackung verwendet. Ganz so schlecht kann das also nicht sein.

Solar

Solarkocher

Quelle: Amazon

Meiner Meinung nach die geilste Art zu kochen. Leider sind wir noch ein paar Jahre davon entfernt wirklich effektiv nur mit der Kraft der Sonne unterwegs kochen zu können.

Was nutzen wir?

Bei uns ist es momentan ein Spirituskocher. Damit haben wir schon problemlos Nudeln gekocht, Teewasser warm gemacht und Outdoorfood zubereitet. Da darf natĂŒrlich die Sicherheitsflasche fĂŒr den Brennstoff nicht fehlen und hier gibt es eine super gĂŒnstige Komplettlösung fĂŒr alle, die zu faul sind zum selber bauen wie wir oder einfach erstmal rumprobieren möchten. Ist nicht die platzsparenste Lösung, aber auch kein Schwergewicht:

In Zukunft planen wir jedoch auf einen Holzkocher umzusteigen. Der lÀsst sich nÀmlich wunderbar mit dem kleinen Spiritusdingsi kombinieren. So kann man ihn mit beiden Brennstoffen befeuern. Wir werden dir berichten wie es lÀuft.

Womit kochst du am liebsten? Was wirst du dir zulegen? Hast du noch Tipps? Ab in die Kommentare damit!


Titelbild: unsplash

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