Totenschädel

Klínovec – 27 km und ganz viel Erzgebirge von oben!

Hach jaaaaa, unser geliebtes Tschechien. Und wirfst du uns noch so viele Kilometer vor die Füße, du wirst uns nicht los!

Schmoll-Caro

Der Keilberg/ Klínovec, ganz nah an der deutschen Grenze, bildet er zusammen mit dem kleineren deutschen Fichtelberg, das am meisten besuchte Skigebiet der Region. Mit seinem Gipfel in 1244m Höhe ist er der höchste Berg im Erzgebirge und bietet dem Ausblicksuchenden einen phantastischen Panoramablick.Und um beide Gipfel in einer Tour zu verbinden, haben wir uns mal auf die Sylke-Otto-Tour gestürzt.

Und hier geht’s zum Video.

Start in Oberwiesenthal

Oberwiesenthal, hübsches Örtchen in 914m Höhe und damit die höchst gelegene Stadt Deutschlands. Und von hier aus geht’s los! Bekannt durch seine Schwippbögen, verzaubert es mit seinen glimmenden Lichterkränzen und den schneeweißen SkipistenWirklich toll!

Wir folgen dem Schild mit der dicken 8 Richtung Loučná pod Klínovcem. Unter der Brücke hindurch gestiefelt und die herrlich schnaufende Fichtelbergbahn über uns. Auf dem Fußgänger-Grenzübergang nach Loučná erreichen wir auf der tschechischen Seite den ersten Wegweiser der Sylke-Otto-Tour.

Ahoj Česká Republika!

Fehlen nur noch die Hühnerbeine! Awwhhh…ob Baba Jaga hier wohl wohnt?

Hütte in Tschechien

Unsere Route lässt uns wieder in die lieblich-tschechische Einfachheit eintauchen und windet sich als Feldweg durch eine herrlich weitsichtige Landschaft. Perfekt in die Winter-Idylle schmiegen sich hier und da die dünnen Rauchsäulen der Schornsteine ein, aufsteigend aus winzigen Hütten.

Tipp : Am orange leuchtenden Wegweiser „Na Bídě“  folgst du diesem unbedingt nicht, sondern bleibst auf dem Hauptweg in Richtung der vor dir liegenden Skipiste.

Zwischen Skiern und aussichtsreichen Straßen

Vorbei am jodelnden Ski-Spektakel und frühmorgendlichem Bratwür´schtel-Geruch staunen wir nicht schlecht als sich kurz vor Eintritt in das dichte Grün des Nadelwaldes ein riesiger Berg an Schnee aufhäuft.

Statt Wandertreter haben hier im Winter Ski und Snow-Board den Vorrang. Kurz verunsichert, watscheln wir also am Rand der Piste hinauf zum angrenzenden Parkplatz und lassen uns entlang der Straße 223 führen.

Straße mit Ausblick auf OOberwiesenthal

Etwas genervt aufgrund des Asphalts, kann uns das Panorama auf Oberwiesenthal und die auffällig kaum befahrene Straße überzeugen, dass dieser Pfad wohl der richtige ist.

Pfad ins Abenteuer mit Weitblick

In einer Höhe von etwa 1000 m zweigt die Straße in der Kurve ab und wir dürfen endlich den Asphalt verlassen. Immer auf der Suche nach Wegweisern bleiben wir auf unserer Spur und lassen die vereinzelten, unbeschilderten Einbiegungen an uns vorbei ziehen.

Es wird schon irgendwann mal der Klínovec auftauchen! Oder…etwa nicht?!

Landstraße mit Ausblick

Leicht bergab durch dichten Wald zieht uns die verschneiten Landstraße und der vor uns auftauchende herrliche Weitblick förmlich immer tiefer ins Landesinnere hinein, bis wir endlich einsehen, viel zu weit gelaufen zu sein.

Joar…aber das sind wir ja im bezaubernden Irrgarten Tschechiens gewohnt.

Verlaufen aber Ausblick

Und wieder zurück

Die Landstraße im Rückwärtsgang ist eine wirkliche Nervensäge. Der gleiche Pfad und dann auch noch bergauf. Grrrrr!

Mystische Abkürzung

Ein gruslig ausgestopftes Kerlchen und sein Kompagnon von Totenschädel leitet uns über ein schaurig-verlassenes Grundstück. Und ausgerechnet hier finden wir dann tatsächlich ein Wanderschild?!

Ist das euer Ernst? Hier versteckt an der Ecke? Soll das ne Cash-Suche werden oder was?

Nun ja! Wir schauen uns etwas um und entdecken, dass wir anscheinend doch nicht allein sind. Beobachtet aus einem Hühnerhaus, werden wir von Minka genau ins Visier genommen.

Mietzi

Awwwhhh…wer bist du denn? Na komm mal her kleine Mutzi, komm!

Aber Minka ist nicht allein. Eins nach dem anderen schlüpfen immer mehr Kätzchen aus der Stallluke heraus und umringen uns schlawenzelnd und mautzend. Das Mutti-Katzenherz würde am liebsten jede einzelne mitnehmen…määäoooow!

Schwer trennen wir uns von diesem eigentümlichen aber herzerweichenden Bild. Von diesem Ort gelöst kämpfen wir uns durch die Büsche auf den Ausgangpfad und biegen in eine Waldschneise ein. Durch den tschechischen Märchenwald passieren wir teils Ski-Langlaufstrecken, teils Wanderwege und genießen eine wundervolle Tour durch den Wald!

Guten Tag Herr Klínovec

Wieder zurück auf der Sylke-Otto-Route dürfen wir uns über 2 bevorstehende halsbrecherische Sprints über die Skipisten freuen. Dick bepackt, stiefeln wir im Stop-and-Go hinüber. Das Herz schlägt uns bis zum Hals!

Seilbahn zum Keilberg

Hilfe!

Über eine zum Glück stillgelegte Piste stapfen wir uns die letzten Meter zum Keilberg hinauf. Hier oben belohnt uns der Ausblick dann für alle verlaufenden Zusatz-Kilometer und die brennenden Füße sind schlagartig vergessen.

Cilli-de-český-Willi

Aussicht vom Keilberg

Oben tobt der Winterspaß. Die Seilbahnen puckeln die kunterbunt, klappernden Skier zum Gipfel hinauf und schupsen ihre strahlenden Besitzer die Pisten hinunter. Ein witziges Spektakel mit herrlicher Aussicht.

Wer möchte kann sich hier einen 360°-Rundumblick aufs Bild knipsen. Für ein paar Euro gibt es das Panoramabild vom Aussichtsturm für zu Hause dazu.

Abendromantik auf der Dirt-Bike-Strecke

Abendblick vom Keilblick

Hinab mit Sylke-Otto geht es im Sonnenuntergang durch lichte Winterwaldareale. An der Kreuzung nach Bozi Dar entscheiden unsere brennenden Sohlen dann über die Richtung. Der schnellere Abstieg über einen Mountain-Bike-Pfad soll es sein! Dass sich dieser als 1-stündiger Abmarsch auf Matsch und Eis ins Dunkle entpuppt, sei hier nur spaßeshalber mal erwähnt.

Aber Herr Schlitzohr von Aussicht im Bademantel der Abendromantik wickelt uns mal wieder galant um den Finger. Kann man da trotz 24 km wirklich genervt sein?

Abendrosa

Jaaa…Jei…Nein!

Am Fuße des Pfades kommen wir wieder zurück über die Einstiegsroute und passieren (wie sollte es anders sein) im Dunkeln und zwischen einem Glitzermeer von glimmenden Schwippbögen die Grenze zu Deutschland.

Fichtelberg, für heut geben wir dir nur noch von unten die Hand! Es reicht erst einmal, aber wir sehen uns wieder!

Kurz & knapp: Alle Infos zur Tour

Wo liegt denn der Klínovec?

Karte Erzgebirge
Quelle: Wikimedia Commons

Eckdaten

Distanz : 27 km

Zeit : 7-8 Std.

Höhenmeter : 1242 m

Anforderungen

Eine langgestreckte aussichtsreiche Tour, die weniger Trittsicherheit als Durchhaltevermögen erfordert. Die steileren Pfade wie der Aufstieg zum Keilberg und der Abstieg über die Dirt-Bike-Strecke nach Oberwiesenthal sind insgesamt noch angenehmer zu passieren mit Trekkingstöcken. Andernfalls kann die Fahrradroute auch gern über Bozi Dar und den Fichtelberg bei genügend vorhandener Zeit und Kondition umgangen werden.

Orientierung

Die Beschilderung in Tschechien ist an manchen Stellen etwas unducrhsichtig, da es hier und da kleinere Lücken in der Wegausschreibung gibt. Nimm dir auf deinem Trip also am besten ein verlässliches Navigationssystem, eine Karte oder den Wanderführer mit und schau genau auf die Schilder. Vielleicht lässt du die Etappe, in der wir uns verwandert haben auch einfach raus. Aber ganz nach belieben.

Tourenbeschreibung

Angelehnt an die Silke-Otto-Tour ist diese Route entstanden. Eine wunderschöne Rundtour, die wir uns diesmal über die Internetrecherche rausgesucht haben. Zum Trip kannst du dir die jeweiligen GPS-Tracks unserer Erzgebirge-Tour oder die original Sylke-Otto-Tour herunterladen sowie die entsprechenden Karten ausdrucken. Hinweis hier nochmal, möchtest du unsere Strecke exakt genauso gehen, ist die Etappe, die wir uns verlaufen haben hin und zurück zu wandern. Willst du das nicht, verpasst du zwar das mystische Häuschen mit seiner Katzen-Parade sowie die Aussicht von dort, sparst aber einiges an Schritten.

Unterkunft

Möchtest du gern etwas länger bleiben und suchst nach einem Platz zum Verweilen? Wir haben uns mal für dich umgesehen und können dir diese wirklich unkomplizierte Internetseite sehr empfehlen.

Etwas Variation gefällig?

Inspiriert durch den Rotherwanderführer „Erzgebirge kamen wir auf diese wunderschöne Tour, welcher noch viele weitere bereit hält für dich.

Inspiration

Für noch mehr Bildmaterial und Ideen sorgt dann noch die charmante Reisejournalistin Maike Grunwald mit ihrem bezaubernden Winter-Artikel „Iglus, Berge und Alpakas: Weihnachts-Trip ins Erzgebirge„.

Ihr seid echte Erzgebirge-Fans oder kommt vielleicht sogar von dort? Schreibt uns doch mal wo es euch am liebsten hinzieht. Habt ihr tolle Tipps für Wanderrouten freuen wir uns auf eure Berichte.


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Hey, ich bin Caro. Leidenschaftliches Outdoor-Mädchen, chronische Wohnsitznomadin und ständig in Bewegung. Umso entfernter die Couch, desto glücklicher bin ich. Wenn nicht mit der Natur unter den Füßen, entfliehe ich dem Alltag sonst gern mit der Nase in Reiseberichten und Outdoor-Blogs. Planen. Recherchieren. Inspirieren. Auf Bergstorming berichte ich über unsere Reisen und füttere dich mit wertvollen Infos zu Vorbereitungen, Wanderrouten, Hot-Spots und Insides. Komm einfach mit!

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