Chris mit Dakine Rucksack

Mode – Kleidung ohne Funktion?

Kleiner Zeitsprung

Ich bin 14 Jahre alt und entdecke den Hip Hop für mich. Eine unfassbar aufregende Welt, die nicht nur aus der reinen Musik besteht. Die Klamotten werden fortan nur noch in XXL oder größer gekauft und die Hosen hängen tief. Ach das waren Zeiten… Aber wo will ich eigentlich mit dieser Einleitung hin? Ich habe meine Klamotten damals ungelogen 10 Jahre tragen können! Ich bin aus den viel zu großen Kleidungsstücke natürlich nie rausgewachsen, aber der Punkt ist: sie haben wirklich was ausgehalten! Das meiste kam aus dem Skateboard-Bereich, also Extremsport fürn Alltag.

Danach

Mir war das nie so wirklich klar, denn ich kannte ja nur das. Als ich dann 2014 anfing engere Sachen zu tragen und abzuspecken, durfte ich meinen kompletten Kleiderschrank entrümpeln. Ich war froh über die Teile, die mir endlich passten. Mit sinkendem Gewicht mussten ständig neue Sachen her, was auch gut war, denn sie haben nicht wirklich durchgehalten. T-Shirts, die nach 5 mal waschen hin sind. Hosen, die beim kleinsten Ast einreißen. Pullover bei denen der Kragen nach 10 mal überstülpen ausleiert…was soll das? Und ich rede hier nicht von Billig-Kram. Kennst du das?

Heute

Minimalismus, mein ständiger Begleiter, öffnet mir die Augen. Brauchst du wirklich 5 Jeans? Wie kannst du 10 Hemden gleichzeitig tragen? Willst du einen prall gefüllten Kleiderschrank neu füllen, wenn du wieder zunimmst? Nein! Ganz klar nein! So sehe ich das zumindest.

Und dann ist sie da endlich, die Erleuchtung. Unser neues Hobby öffnet mir die Augen. Zwiebelprinzip, extrem widerstandsfähige Kleidungsstücke, Multifunktionalität… Alles ist darauf ausgelegt wenig Platz zu verbrauchen, viel auszuhalten und auch noch wenig zu wiegen. Klar das hat seinen Preis, aber wenn du nur 2 statt 10 Hosen besitzt geht die Rechnung schnell auf. Und das Beste: Du kannst immer deine Lieblingssachen tragen!

Wenn es dir auch so geht, kann ich dir vielleicht beim umdenken helfen.

Callo

Was also tun?

Erstmal musste ich herausfinden, warum ich das alles gemacht habe/mache. Folgende Sätze gingen mir immer wieder durch den Kopf und ich habe Lösungen gesucht:

„Ich muss die Winter-/Sommerklamotten wieder hoch holen.“

Genau das ist es. Hast du auch so Kisten, die im Rhythmus in den Keller getragen werden und dann beim Hochholen schon wieder „out“ sind? Wozu machen wir das? Schauen wir uns das Zwiebelprinzip an. Wird es kälter legen wir einfach ne Schicht drauf. Die Daunenjacke passt Tennisball groß immer in deinen Rucksack und die Regenjacke faltest du mal eben in das Sonnenbrillenfach. Angezogen hast du nur ein Shirt und vielleicht eine Fleecejacke drüber. mit den beiden dingen in deinem Rucksack bist du schon mal gegen so ziemlich alles gewappnet, was dir so im Alltag begegnen könnte. Wiegt auch nix.

„Ach das kann man noch zum Arbeiten tragen.“

Warum? Dinge die so versaut sind, dass man sie nicht mehr „normal“ tragen mag nehmen wir zum Arbeiten? Ich persönlich trage lieber IMMER Sachen, die ich gerne trage. Auch hier spielt das richtige Kleidungsstück die Musik. Klar es gibt Ausnahmen, aber das ist ein anderes Thema.

„Für zuhause reicht´s noch…“

Ja wirklich? Gerade zuhause, beim Entspannen soll es dir doch gut gehen. Wie kann man sich in einem alten Sack gut fühlen?

„Das hatte ich gestern an, dass muss in die Wäsche.“

Es gibt Klamotten, die nach kurzem Tragen sowas von stinken, wirklich dreckig sind sie aber nicht. Was soll ich also mit sowas? Weg damit! Mein Merino-Shirt kann ich im Notfall 9 Tage am Stück tragen ohne mich unwohl zu fühlen. Findest du das ekelig? Zugegeben ich mache das nicht im Alltag, hier geht es um Touren, aber die Option alleine macht mich schon hart nachdenklich.

„Ich brauch Farbe!“

Da gehe ich mit. Man will nicht immer wie die graue Maus rum laufen, aber Farbe kann man auch durch Akzente schaffen. Vielleicht ein Tuch, SchmuckKleinkram eben. Denn die Königsklasse ist einfach jedes Kleidungsstück miteinander kombinieren zu können. Dann hat man kein Setup für jede Farbe des Regenbogens.

„Dafür brauch ich noch ein spezielles XY!“

Es gibt mit Sicherheit eine Menge Kleidungsstücke, die nur für genau einen Zweck nützlich sind und das ist auch gut so. Aber musst du dir wirklich für jeden dieser Zwecke alles kaufen, oder kannst du dir vielleicht für ein mal Ski fahren nen Outfit leihen oder mit etwas aus deiner Sammlung überbrücken? Wirkliche Hobbys müssen natürlich ohne Kompromisse gefüttert werden. Mir geht es hier nur um Gelegenheiten.

Leipzig Völki

Fazit

Die meisten Frauen werden mich jetzt sicherlich verteufeln und auch nur einige Männer werden mir zustimmen. Aber das ist auch ok! Ich denke gerne in Extremen und rechne dann langsam vom Maximum runter. Das Ergebnis ist meistens besser, als ganz klein anfangen und unten im Schlamm stecken bleiben. Nimm diesen Artikel als Denkanstoß, oder von mir aus als Dampfablasser mit Augenzwinkern.

Wer weniger hat, kann sich auf Tolles konzentrieren. Wer nur Tolles hat, ist mit Sicherheit glücklicher. Wer glücklich ist, braucht nicht mehr.

 

Was sagst du zu dem Thema? Hast du dir auch schon oft solche Gedanken gemacht? Wirst du jetzt vielleicht was ändern? Los raus damit!

Ich bin Chris! Minimalist, frischer Fernwehleidender, Gearjunkie und Medienmensch. Ich befasse mich leidenschaftlich gerne mit Ausrüstung, Klamotten und der Technik rund um unser Hobby. Testen. Optimieren. Maximieren. Schau einfach rein!

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