Brockengipfel

Harzer Hexenstieg – Vom Torfhaus zum Brocken

Harz, hmh…liegt doch im Norden. Was soll es da denn für Berge geben. Und ist das nicht eher was für Omi & Opi?

Schön die Vorurteilskelle rausgeholt und mal ordentlich die Klischee-Suppe aufgelöffelt. Der Harz ist nämlich gar nicht so öde. Selbst überzeugt und alle Gerüchte vom Tisch gefegt. Doch schauen wir uns das doch mal an.

Erstmal etwas Übersicht

  1. Eckdaten
  2. Routenkarte
  3. Der Tipp zum Trip
  4. Die Tour
  5. Fotos

Eckdaten

Torfhaus – Brocken – Ilsenburg

Startpunkt : Jugendherberge, Am Torfhaus 3, 38667 Altenau (kostenfreies Parken)

Endpunkt : Ilsenburg

Wanderstrecke : 21,8 km

reine Gehzeit : ~ 6 Stunden

Aufstieg : 345 m

Abstieg : 893 m

Routenkarte

Karte der Tour

Outdooractive

Da die 2. Etappe des Tages vom Brocken nach Ilsenburg hinunter sooooo viele wunderschöne Highlights in sich birgt, haben wir sie für dich in einem bebilderten Sonderartikel verpackt.

Der Tipp zum Trip

Hätten wir das mal vorher gewusst!

In der Nachbearbeitung entdeckten wir so viele tolle interessante Insides, die wir soooooo gern vor der Tour gewusst hätten. Deswegen an dieser Stelle mal ein paar spannende Infos rund um den Brocken, aus dem Harz und direkt für dich in einen Artikel gepackt.

Bestens ausgerüstet auf deiner Tour :

Viel Spaß damit!

Rucksack auf und los

Gestartet wird in 811 m Höhe, am Nationalpark-Besucherzentrum Torfhaus. Drum herum bestens ausgestattet  mit Parkplätzen, fliegen wir mit der Harzer Mini-Babajaga den Hexenstieg zum Brocken hinauf und steigen in die Fußabtritte von Goethe.

Wegweiser Torfhaus

Hinein in den herrlichen Fichtenwald kommen wir auf einem gemütlichen und bestens ausgeschilderten Wanderweg. Schon zu Beginn wird klar, dass wir uns auf sehr gut ausgebauten Pfaden bewegen, die jedem Sonntagsspaziergänger in seinen feschen Sommersneakern ein Tropfen Wildness bieten ohne sich die guten beige-weissen Leinenhosen schmutzig zu machen.

Wanderpfad im Harz

Bohlenpfad seitlich entlang des Großen Torfmoors. Hier gilt strengstes Wegegebot!

Die entzückend angelegten Holzwege zwischendrin wirken wie glitzernde Traumpfade und scheinen fast aus dem Märchen zu stammen, welche Vorstellung der herrlich plätschernde Wasserlauf noch wundervoll umrahmt. Um hier für kurze Zeit zu verweilen, laden uns die vereinzelten Bänke immer wieder auf eine Rast mit Aussicht ein.

Wer hier Einöde sucht und wilden Untergrund für die Füße, sollte besser direkt umdrehen oder den Kompromiss einer liebevoll gestalteten Spaziergängerroute durch Wald und Wiesen eingehen.

Und immer wieder dieser traumhafte Nadel-Wunder-Wald. Hach jaaaa…!

Wald

Vorbei am Quitschenberg

Haben wir irgendwie total überrannt, keine Ahnung wo der war?!

…, erreichen wir nach insgesamt 5 km den Eckersprung. Für den Besucher ein wunderschöner Rastplatz. Herzlich empfängt er uns mit seiner niedlichen Schutzhütte, umliegenden Tischen und Bänken sowie einem Stempelkasten, vollgestopft mit allerlei Wandersouvenirs. Hier kann sich der passionierte Naturliebhaber seine Brotzeit gönnen sowie sein Andenken direkt ins Trekkingbuch einloggen.

Historisch hinauf mit der Hexe

Wenige Minuten später lässt der nur noch lockere Baumbestand den schmachtenden Wanderer endlich mal wieder auf das Ziel blicken. Noch immer auf dem Harzer Hexenstieg wechselt ab hier der Goetheweg für eine kurze Zeit in einen der berühmten „Kolonnenwege“ über.

Und was soll das da unter unseren Füßen sein?

Hexe Caro fliegt zum Brocken

Ein wunderschöner Pfad, herrlich gelegt mit… WABENBETON?! Jap! Eine schneisenartige Route mitten in die Wälder gehauen, darf sich nun trappelnden Wanderfüßen erfreuen. Da sich die Betonplatten keinesfalls großer Beliebtheit erfreuen, hat sich für die Wandertreter mit der Zeit links ein breiterer Trampelpfad gebildet.

Ab hier soll also marschiert werden?! Was es damit auf sich hat, erfährst du hier.

Bald erreichen wir die Trasse der Brockenbahn,  die mit ihren zahlreichen Sitzmöglichkeiten den prustenden Wanderer zum verweilen einlädt und mit einem sahnigen Ausblicks-Häubchen belohnt.

Hinauf geschnauft mit der Brockenbahn

Ob zu Fuß oder mit der Bahn, von nun an geht´s bergauf.

Neuer Goetheweg und Hexenstieg

Der „neue Goetheweg“ folgt von hier an den Gleisen und leitet seine Besucher in charmanter Kavaliersmanier auf einem wunderbar breiten Pfad mit fantastischen Aussichten rund um den Brocken zum Gipfel hinauf. Herrlich schnaufend werden wir dabei immer mal wieder vom filmreichen Auftritt der historischen Brockenbahn begleitet.

Und die dampft ja wirklich! Awwwhhhhh…!

Brockbahn

Auf Touri-Asphalt ins Gipfelglück

Ab einer Höhe von etwa 1030 m, müssen Fräulein Meindl und Herr Salewa zu allem Unmut auf die nicht öffentliche, aber asphaltierte Brockenstraße.

Hackentreten, Touri-Schupsen & jeder will der erste sein!

Wie ein Holz im Wasser zieht uns die Massenflut der vom nahegelegenen Parkplatz aus losrennenden, überstolzen Gipfelstürmer mit sich. Kaum zu bremsen, watschelst du ab hier zusammen mit Onkel Fritz und Oma Erna im Nacken sowie allerlei Sonntagsspaziergängern und Mittagsverdauern, Nordic-Walking-Muttis und ausgemergelten Trailrunner-Gruppen das letzte steile Stückchen zur Brockenkuppe hinauf.

Ein aberwitziges Spektakel der Wander-Extraklasse.

Endlich oben

Nach insgesamt 300 Höhenmetern und einer 2 1/2 stündigen Genießerwanderung mit steilem Endspurt kommen wir endlich am 1142 m hohen Brockengipfel an.

Caro auf dem Brocken

Abschalten und genießen

Der kleine Snack noch schnell gemampft und dann heißt´s,…

Chill on the hill!

Vom Brocken nach Ilsenburg

Ilsenburg Wegweiser

Hinunter Richtung Ilsenburg, soll uns der VERMEINTLICHE Bus später zurück nach Torfhaus bringen.

Soweit der Plan!

Fotos

Genug geschaut, jetzt wird gequatscht. Wart ihr schon mal im Harz und habt coole Tipps oder seid den kompletten Hexenstieg gestiefelt? Dann her mit euren Geschichten und Tipps, wir sind gespannt.

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Hey, ich bin Caro. Leidenschaftliches Outdoor-Mädchen, chronische Wohnsitznomadin und ständig in Bewegung. Umso entfernter die Couch, desto glücklicher bin ich. Wenn nicht mit der Natur unter den Füßen, entfliehe ich dem Alltag sonst gern mit der Nase in Reiseberichten und Outdoor-Blogs. Planen. Recherchieren. Inspirieren. Auf Bergstorming berichte ich über unsere Reisen und füttere dich mit wertvollen Infos zu Vorbereitungen, Wanderrouten, Hot-Spots und Insides. Komm einfach mit!

5 Kommentare
  1. antworten Cora 4. Januar 2017 at 8:22

    Mihihihi, wunderbar geschrieben, ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen und der *leicht* ironische Unterton ist auch nur selten bemerkbar. 😉 Ist bestimmt auch mal eine Erfahrung, auf so einem breiten Weg und Betonsteinen unterwegs zu sein, auch wenn es sicher nicht das ist, was man erwarten würde. Ich kenne den Weg nicht bisher, wollte nur mal kurz meinen Senf dazu geben.
    Danke Dir, Caro, auf jeden Fall für diesen erfrischend ehrlichen und vor allem total toll bebilderten Bericht, hat Spaß gemacht an diesem Mittwochmorgen.

    Frohes Wandern weiterhin und liebe Grüße ausm Saarland (in dem es sich übrigens auch echt gut wandern lässt, falls ihr mal Lust habt),
    Cora

    • antworten Caro 4. Januar 2017 at 17:09

      Hallo Cora,
      😄🙈 Humor ist wenn man trotzdem lacht! Wir freuen uns, deinen Mittwoch etwas versüßt zu haben & wollen hier natürlich nochmals anmerken, dass dieser Artikel, wie so viele andere gern mit einem Augenzwinkern gesehen werden dürfen.
      Ich liebe es zu lachen und das nicht nur über andere, sondern auch über mich selbst 😁 Und es freut mich wenn wir Leser finden, die den gleichen Humor haben wie wir.
      Der Harzer Hexenstieg ist ein Erste-Sahne-Ausgebauter-Wanderpfad und soll nicht durch diesen Artikel schlecht geredet werden, sondern als waschechte Glitzer-Wanderpfad-Perle glänzen. Wir können den Harz und sein gut ausgebautes Wandergebiet wirklich empfehlen, vor allem das er so perfekt ausgeschildert ist. Zwischen Weihnachten und Neujahr waren wir in deiner näheren Gegend unterwegs…awwwwhhhh😍 und durften Moselluft schnuppern. Herrlich! Sollten wir in deine Gegenden mal kommen, melden wir uns sehr sehr gern!
      Beste Fernweh-Grüße
      Caro

  2. antworten Yvonne 14. Januar 2017 at 15:42

    Hallo!
    Toll geschrieben und wundervolle Fotos. Für mich geht es im Juni auf den Harzer-Hexenstieg. Von Osterode bis Thale. Ich freu mich schon sehr darauf und euer Bericht hat nochmal mehr Lust gemacht.
    LG
    Yvonne

    • antworten Caro 15. Januar 2017 at 12:39

      Das find ich toll. Hat man die Zeit, ist das auf jeden Fall eine wundervolle Tour zum abschalten. Der Brocken selbst ist zwar ein echter Touri-Magnet, aber die anderen Abschnitte werden sicher etwas weniger überlaufen sein. Na dann wünsch ich dir mal Hals und Beinbruch, ach nee, einen muskelkaterfreien walk 😉 Liebe Grüße Caro

      • antworten Yvonne 15. Januar 2017 at 19:45

        Hallo Caro,
        da ich das erste Mal in meinem Leben ganz alleine unterwegs bin, bin ich gar nicht so traurig darüber, wenn ein paar mehr Menschen unterwegs sind und es nicht so ganz einsam ist. Es wird sicher toll, aber ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Ganz alleine ist (für mich) eine Herausforderung. Ich bin gespannt 🙂
        LG
        Yvonne

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