Moselsteig Etappe 14 von Reil nach Zell

Moselsteig: Zu Fuß von Reil nach Cochem – Part 1

Statt aus dem Festtagsfummel in die müde Jogginghose der 5 tägigen Langeweile vor dem Jahreswechsel zu purzeln, stehen wir kurz vor halb 9 in unseren festgezurrten Wanderschuhen auf der Brücke in Cochem und können unser Glück kaum fassen. So Moselsteig, kann losgehen!

Cochem

Moselsteig: 24 Etappen, 385km und 5 Tage Zeit

Eine riesige Auswahl an Möglichkeiten. Mit seinem Start im saarländischen Perl schlängelt sich der Moselsteig durch eine atemberaubende Winzerkulisse. Über phantastische Wanderpfade und vorbei an bezaubernden Aussichten endet er schließlich mit der Mosel in den Rhein bei Koblenz.

Die Qual der Wahl! Mäooowww!

Cochem, bekannt durch seine wunderschöne Reichsburg, muss diese Schönheit von einer Stadt unbedingt ein Spot unserer Tour werden. Ein wenig Riesling zur Einstimmung und etwas Onlinestöberei später steht die Tour dann endlich fest. Von Reil nach Cochem über insgesamt 5 Wander-Etappen (14-18) in 4 Wandertagen, wobei unsere Muse Cochem einen Extra-Sightseeing-Tag bekommt.

Schon jetzt Lust auf etwas Cochem-Stöberei? Dann schau doch mal in den Cochem-Artikel rein.

Oder bist du schon vollkommen überzeugt, diese Tour zu gehen? Dann hab ich den Tipp-Artikel zur Moselsteig-Tour für dich. Danach kann es direkt losgehen!

Moselsteig-Etappen 14 – 18 : von Reil nach Cochem

Eckdaten

Länge: 70 km
Gehzeit: 21 Stunden / 4 Tage
Höhenmeter: ↑2.075 m, ↓2.055 m
Höchster Punkt: 394 m
Ausgangspunkt: Reil
Ziel: Cochem

1. Etappe (14) : Reil nach Zell

Caro in den Weinbergen

 Nach dem regnerischsten Feiertags-Grau aller Zeiten kann ich es kaum fassen, der Himmel ist nur leicht bedeckt und die winterlichen Sonnenstrahlen hier und da tanzen mit meinem Glücksgefühl im Bauch um die Wette. Awwwhh!

Routendetails

Der Pfad von Reil nach Zell führt dich in seichtem Anstieg direkt die Weinberge hinauf. Inmitten der Reben immer mit Blick auf die Mosel wanderst du auf ein ruhiges Stück Wald hinzu, welches hier und da immer wieder mit herrlichen Möglichkeiten zur Rast einlädt. An den Top-Spots wie dem Aussichtsturm auf dem Prinzenkopf und der Marienburg vorbei, gelangst du über einen herrlichen Abschnitt mit Weitblick nach Zell. Die erste Etappe gehört zu den eher leichten bis mittelschweren Touren mit durchweg gut wanderbaren Wegen. Ohne Erfordernis besonderen Geschicks erwarten dich teilweise moderate Anstiege, aber im Ganzen überwiegend flache und leichte Wanderstrecken.

Highlights der Etappe 14

Weinreben

Weinreben

Kein Mythos! Wein, Wein und noch mehr Wein. Direkt von Anfang an führt uns der Moselsteig durch die herrlich verschnörkelten Weinstöcke hindurch. Und für das besondere Souvenir, sorgst du hier mit dem Kauf deiner persönlichen Weinrebe. Belohnt mit ganz eigenem Moselwein gibt es noch zusätzlich (für all die romantischen Outdoorfreunde unter uns wie mich) eine soooooo hübsche Tafel dazu. Awwwhhh!

Weinrebe

Drieschhütte

In der Etappenrecherche wird immer wieder der versteckte Leofelsen genannt. Ich nenne ihn NICHT. Etwas ernüchtert von der viel zu verkrauteten Sicht, verzichten wir an dieser Stelle auch auf den Abstecher zur Burg Arras und lassen uns lieber vom zauberhaften Charme der Drieschhütte am Rande des Waldes zu einer Rast einladen.

Aussichtsturm am Prinzenkopf

Ach du Scheisse! Joar, Höhe muss man da schon können! Der wohl spektakulärste Ausblick des Tages erwartet uns am eher unattraktiven Aussichtsturm am Prinzenkopf. Nach einigen Umrundungen des Metalldinos stehen wir irgendwann oben und bekommen den Schnabel nicht mehr zu. Wuuuuuhaaaa!

Blick auf die Marienburg vom Prinzenkopf aus

 

Ein phantastischer 360° Rundumblick erwartet uns, der neben dem grandiosen Blick auf die wunderschöne Moselschleife, eine fabelhafte Sicht auf die märchenhaft positionierte Marienburg, die Kanonenbahn und die Burg Arras bietet.

Ein Ort zum Glücklichsein! Glücklichsein-Lampe an!

Vom pausieren und verlieben

Der Marienburg noch schnell die Hand gereicht – und sie eher für eine Schönheit aus der Ferne befunden – schlengeln wir uns einen Pfad entlang, der insbesondere durch seine zahlreichen und vor allem sooooo perfekt platzierten Rastmöglichkeiten mein Herz erobert.

Hatte ich erwähnt, dass die Aussicht zum dahin schmelzen ist?!

Wild romantisch nach Zell

Blick in die Weinberge

Vom Waldrand aus, an dem uns der Pfad quer über den Hang führt, kündigt der schöne Blick auf das Moseltal schon die baldige Ankunft in Zell an. Über einen wilden Wirtschaftsweg, steigen wir von hier urromantisch direkt durch ein Weinfeld hinab.

Der Matsch unter den Füßen und der wunderbare Klang unserer Rucksäcke bei jeder Berührung mit den Reben, beflügelt mich sehr. Ich bin beinahe etwas traurig, die erste Etappe fast hinter uns zu haben.

Fußgängerbrücke bei Zell

 

Direkt auf der Brückenmitte stehend, eröffnet sich ein Ausblick der Extraklasse. Nimm dir hier ruhig einen Moment der Ruhe und lass dich in den Bann dieser traumhaften Winzeridylle ziehen. Die aneinander gereihten bunten Fachwerkhäuschen, niedlichen Cafés und entzückenden Weingüter laden uns förmlich ein hier zu verweilen.

Soll ich zur Spiegelung im Wasser noch etwas sagen? Nein! Das wär dann wirklich etwas zu kitschig! Hach jaaa!

Eckdaten

Strecke: 12,3 km
Gehzeit: 3,5 – 4 Stunden
Gesamt-Aufstieg: ↑212 m

Übernachtung in Zell

Für etwas stilvollen Glanz zu Beginn deiner Tour kann ich dir in Zell sehr das Hotel „Zum Grünen Kranz“ empfehlen mit seiner wunderschönen Suite und einem bezaubernden Panoramablick direkt auf die Mosel. Mit 57€/Person inklusive Frühstück nicht der günstigste Preis, aber es lohnt sich wirklich.

Mehr Infos zu Unterkünften und zur Planung der Tour hab ich für dich im Tipp-Artikel zusammengepackt. Schau gern rein.

2. Etappe (15) : Zell – Neef

Es ist kurz nach 8:00 Uhr. Die 15. Etappe steht kurz bevor und nur mit Wehmut können wir uns von diesem wunderschönen Ort trennen. Von der Stille des Morgens noch friedlich liegt der Fluss wie ein Spiegel vor uns. Und um uns herum erwacht der Tag.

Routendetails

Der Moselsteig von Zell nach Neef beginnt in der liebreizenden Zeller Altstadt und führt über einen sehr aussichtsreichen aber mit Vorsicht zu genießenden Wander- und Kletterpfad zum Collisturm hinauf. Von hier aus geht es im stetigen bergauf und -ab durch wunderschöne Weinberge, stille Wälder, kleine Ortschaften und vorbei an traumhaften Ausblicken entlang der rechten Moselseite zum Petersberg. Die anspruchsvolle 15. Etappe erfordert viel Kondition aufgrund der Länge sowie des Anstiegs und benötigt insbesondere am „Collis Steilpfad“ viel Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Auch diese Etappe beweist sich als Qualitätswanderweg durch ihre ausgezeichnete Beschilderung und ihre idyllischen Rastmöglichkeiten.

Highlights der Etappe 15

Fachwerkromantik und ganz viel Wehmut

Echte Fachwerkromantik im Nebel ist schon wirklich sehr schwer an Mystik zu überbieten. Dazu ein wenig Charme von den gemütlich-weihnachtlichen Wintertagen und ich möchte eigentlich gar nicht mehr weg von hier.

Moselblick in Zell

Deswegen ein absoluter Tipp von mir. Hast du etwas Zeit, dann bleib einen Tag länger in der wunderschönen Welt längst vergangener Zeit. Du wirst dich wie wir in Zell verlieben.

Collis-Steilpfad bei Zell

Und da hänge ich nun, heulend und im Angesicht meiner verfluchten Höhenangst mit einem vollbepackten Rucksack auf dem Rücken zwischen Drahtseilen und Trittbügeln. Und meine verdammten Beine sind einfach zu kurz! Mähhhhhh…!

Klettersteig am Collis-Steilpfad

Der „Collis-Steilpfad“ ist ein teilweise drahtseilgesicherter und mit Trittbügel versehener Weg, der beinahe schon alpinen Charakter aufweist. Im Nebelmantel mystisch und wild können wir einfach nicht anders und staksen hinauf. Mit zusätzlichem Adrenalin im Blut wandert es sich einfach gleich viel besser, sodass dieser Höhenparkour es auf unsere Liste der TOP-Moselsteigabschnitte geschafft hat.

Collis-Turm

Für uns mehr der Weg hinauf statt das Ziel, ist natürlich der Collisturm eine Besucherperle und TOP-Spot mit ganz viel Aussichtgarantie – vor allem bei etwas weniger Nebelsuppe.

Joar für uns dann…eher nicht so! Grrrr!

Collis-Turm

Aussichten

Die Aussicht auf die tiefe Moselschleife und die Marienburg von dieser Seite ist auf dem mittleren Streckenabschnitt nach Neef ein ständiger Wanderbegleiter und mindestens genauso faszinierend wie von der anderen Seite. Immer wieder müssen wir einen Moment verweilen, um diese Traumkulisse in uns einsaugen zu können.

Brotzeit mit Ambiente

Wer viel läuft, braucht auch mal Pause. Der Moselsteig bietet viele wundervolle Möglichkeiten zu einer entspannten Brotzeit. Manchmal müssen wir uns doch etwas überwinden, keine Rast einzulegen.

Und die Lohnshütte sowie die Königshütte haben ganz schön umgarnende Aussichten. Man kann einfach nicht nein sagen. Mit Bänken, Tischen und ausreichend viel Platz dienen sie nicht nur als Raststätte für vorbei kommende Wanderer, sondern können auch hervorragend als Notunterkunft bei Einbruch schlechter Witterungsverhältnisse genutzt werden.

Persönlicher Punktabzug – Waldige Wege

Ja ok, vielleicht etwas Gemecker auf hohem Niveau! Aber wir sind eben nicht so leidenschaftliche Waldläufer und suchen stets nach Aussichten und Weitläufigkeit. Deswegen enthält für uns diese Route etwas zu viele Waldabschnitte. Der Laub- und Nadel-Suchende findet hier jedoch alles was das Herz begehrt. Wunderschöne sich windende Pfade durch die hohen Baumdächer, immer wieder unterbrochen durch wunderschöne Lichtungen und Rastplätze.

Waldweg bei Bullay

Strecke: 16,6 km
Gehzeit: 5-6 Stunden
Gesamt-Aufstieg: ↑539 m

Übernachtung in Neef

Ok, Neef kann mit dem Charme seiner Mitstreiter wie Zell oder Cochem nicht ganz mithalten. Und dennoch werden wir dieses niedliche Örtchen direkt an der Mosel wohl nicht so schnell vergessen können. Ausgekühlt und mit schmerzenden Sohlen werden wir mit einem Tässchen Heißem sowie hauseigenem Kuchen auf Kosten des Hauses liebevoll in die gastfreundschaftlichen Arme des Haus Mona Lisa´s aufgenommen. Eine wirklich warmherzige Pension in familiärer Atmosphäre, die für 34€/Person eine gemütliche Übernachtung mit leckerem Frühstück bereit hält.

Und weiter?

Wie es auf den Etappen 16, 17 und 18 weiter geht und was eigentlich das Dornröschen an der Mosel macht, erfährst du im Moselsteigbericht – Part 2.

Oder hab ich dich vielleicht jetzt schon überzeugt und du willst endlich deinen Rucksack packen? Dann schau doch kurz noch zur Tourenplanung in den Tipp-Artikel zum Moselsteig rein. Und los geht´s!

Welche Etappen bist du schon gelaufen? Deine Highlights? Fragen? Ab in die Kommentare!


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Hey, ich bin Caro. Leidenschaftliches Outdoor-Mädchen, chronische Wohnsitznomadin und ständig in Bewegung. Umso entfernter die Couch, desto glücklicher bin ich. Wenn nicht mit der Natur unter den Füßen, entfliehe ich dem Alltag sonst gern mit der Nase in Reiseberichten und Outdoor-Blogs. Planen. Recherchieren. Inspirieren. Auf Bergstorming berichte ich über unsere Reisen und füttere dich mit wertvollen Infos zu Vorbereitungen, Wanderrouten, Hot-Spots und Insides. Komm einfach mit!

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