Caro Zwiebel

Selbsttest mit der Zwiebelschicht – hilft viel wirklich viel?

Das Thermometer zeigt 1°C an, also her mit der Zwiebel und rein in die Schichten. 2 km gewandert, merkst du wie die Daunen deiner Jacke, dicht an dicht mit den 25 anderen Lagen unter deiner wetterfesten Sturm-Jacke fröhlich vor sich hin saunieren. Völlig genervt und nass geschwitzt rupfe ich mir eine Lage nach der anderen runter. Klasse dieser Herr Oberschlau von Zwiebelprinzip!

Wer kennt das nicht. Da bist du unterwegs und hast dich bestens ausgerüstet. Merino, Fleece, Daune und Regenjacke sind an Board und dann das! Statt Wärme nur ein kalter, nasser Rücken, Gänsehaut und der Rucksack sorgt noch zusätzlich für wenig Zirkulation.

Da fragt man sich doch, was die ganzen Tipps über das richtige Schichten der Kleidung sollen? Sind die verschiedenen Materialien vielleicht einfach nur teuer statt nützlich? Mehr zum Einstieg in deine eigene wärmende Zwiebel findest du hier.

Ist das denn jetzt alles Quatsch?

Nein! Vor allem im Winter ist die richtige Wahl deiner Kleidung sehr wichtig! Aber das allein ist eben nicht alles. Neben dem Was?, ist die Frage nach dem Wie viel? mindestens genauso von Bedeutung. Leider mussten auch wir erstmal die Erfahrung machen, dass viel manchmal zu viel ist!

Die Frage nach dem Wie viel?

Zwiebel Winter

Bist du aktiv und in ständiger Bewegung, braucht dein Körper auch im Winter Temperatur-Spielraum. Läuft unser innerer Dampfofen schließlich auf Hochtouren und die Kleidung ist zu dick, kühlst du dich durch vorschnelles schwitzen selbst aus. Die vielen Schichten werden nach und nach klamm und die hochgesurrte Regenjacke sorgt zusätzlich dafür, dass die Nässe nicht verdunsten kann.

Um dieses Problem zu lösen, haben wir versucht, einfach mal mit ein paar weniger Kleidungsschichten zu starten.

Caro

  • langärmliges Merino-Shirt
  • Fleece-Jacke
  • Gore-Tex-Jacke mit Reißverschlüssen

Chris

  • kurzärmliges Merino-Shirt
  • Fleece-Jacke

Hochtouren statt runter kühlen

Es hat sich gezeigt, dass sich der Körper schon nach weniger Zeit erwärmt und wir viel weniger anziehen müssen als wir denken. Die 1. Versuchstour im Winter von Lucni zu Labska im tschechischen Riesengebirge hat es bewiesen. Wesentlich weniger geschwitzt und bei einsetzender Transpiration viel schneller wieder trocken.

Unser Tipp also für die kalte Jahreszeit: Lieber weniger als zu viel!

Starte mit einer Kleidungskonstellation, die dir anfangs zunächst vielleicht etwas kühl vorkommt und vertraue auf deine eigene Temperaturregulierung. Gebe deinem Körper die Chance, sich nicht nach wenigen Metern direkt zu überhitzen. Sitzen zu viele Schichten auf einander, können die einzelnen Materialien nicht mehr arbeiten. Folglich wird weder die Wärme gehalten noch die Kälte isoliert. Das Zwiebelprinzip verliert seine Wirkung.

Sicher ist sicher

Plo Daune

Unser Mutti-Zusatz für dich : Daumen hoch für Daunen!

Jeder weiß, was die unangenehme Seite beim Ankommen am Ziel oder Gipfel ist. Es ist zugig, der Körper kühlt runter und die letzten Meter hatten es so in sich, sodass du leider doch ganz schön ins Schwitzen gekommen bist. Besonders bezahlt haben sich für uns Jacken bzw. Westen aus Daunen gemacht. Als perfekte Wärme-Quelle mit unglaublich leichtem Gewicht und sehr geringem Packmaß dienen sie als wunderbares Safty-Packet im Rucksack.

Die Kuscheldecke für den Gipfel!

Wie dick ist deine Zwiebel und womit safest du dich im Winter? Hast du noch Ideen für die warme Tour im Winter, dann immer rein in die Kommentare.

Hey, ich bin Caro. Leidenschaftliches Outdoor-Mädchen, chronische Wohnsitznomadin und ständig in Bewegung. Umso entfernter die Couch, desto glücklicher bin ich. Wenn nicht mit der Natur unter den Füßen, entfliehe ich dem Alltag sonst gern mit der Nase in Reiseberichten und Outdoor-Blogs. Planen. Recherchieren. Inspirieren. Auf Bergstorming berichte ich über unsere Reisen und füttere dich mit wertvollen Infos zu Vorbereitungen, Wanderrouten, Hot-Spots und Insides. Komm einfach mit!

6 Kommentare
  1. antworten Cora 29. November 2016 at 8:50

    Hi ihr Zwei,

    danke, Caro, für diesen Bericht von Deinem Selbsttest. Mir ging es am Wochenende ähnlich: draußen 3 Grad, Nebel, Nieselregen und ich dann nach den ersten paar Kilometern mit dem Rucksack im Wald geschwitzt und teils frierend, denn windig war’s auch noch ab und an… Schöner Mist, dachte ich mir da nur. Merinoshirt, eine dünner Pulli, Fleecejacke und Regenjacke drüber: Das war definitiv zu viel. Beim nächsten Mal teste ich eure Vorschläge und werde mindestens eine Schicht weglassen.
    Auch ich bin Wanderanfänger und lerne gerade mit jeder Tour dazu, freue mich auch immer sehr über Tipps und Erfahrungen von anderen.

    Alles Liebe und weiter so, es macht Spaß euch zu lesen!
    Cora

    • antworten Caro 29. November 2016 at 18:30

      Hey Cora, vielen Dank fürs Stöbern bei uns.Auweia! Ich kann so mitfühlen. Wir Mädels meinen es immer viel zu gut mit uns. Eingepackt bis unter die Nase & dann stehen wir wie Michelinis im Wald, die nassen Daunen bis in die Kniekehle gerutscht. Wunderbar an jeder neuen Tour ist es doch aber, sich auszuprobieren und mit jeder Tour zu wachsen!
      Lieblingsgedanke: „Dumm ist nur, der niemals dumm anfängt!“
      Bezüglich der Zwiebelschicht: Das Langarm-Merino ist als Baselayer ideal. „Komplett trocken“ finde ich etwas überzaubert hochgestapelt, aber es trocknet auf jeden Fall seeeehr schnell. Das ist wirklich toll!
      Wo hat dich der neblige Fiesel-Niesel denn eingefangen am Wochenende?
      Liebe Grüße
      Caro

      • antworten Cora 30. November 2016 at 17:58

        Hi Caro,

        gut gesagt, dein Lieblingsgedanke gefällt mir! Wir lernen mit jeder Tour und jedem Abenteuer dazu, was ich absolut großartig finde. 🙂 Ich habe ein kurzärmeliges Merino, von dem bin ich begeisterter als ich es je gedacht hätte. Komplett trocken, nein, aber es trocknet super schnell und stinkt tatsächlich nicht. Ein langärmeliges Shirt wäre natürlich noch ideal für dieses Wetter.

        Ich war am Samstag im Saarland unterwegs, quasi bei mir vor der Tür. Sehr schöne Tour, trotz der Kälte und des Nebels.

        Liebe Grüße
        Cora

        • antworten Chris 2. Dezember 2016 at 6:26

          Hey Cora,
          was ich immer am interessantesten finde, ist das Packmaß der ganzen Klamotten. Mama bringt einem bei, dass die Jacke so dicke wie möglich sein muss. Nix da! Die Outdoor-Welt ist wie ein riesen großes Wunderland und lässt die Augen immer wieder aufs neue Aufblitzen. Das Wort zum Freitag vom Gearjunkie.
          Hab ein starkes Wochenende! 😀
          Beste Grüße
          Chris

          • Cora 2. Dezember 2016 at 15:38

            Hi Chris,

            jap, da gebe ich Dir Recht. Es ist schon total spannend, wie dünn und leicht, aber trotzdem funktional und wärmend Funktionskleidung sein kann.
            Übrigens war ich es eben mal testen: kleiner Spaziergang für eine knappe Stunde, hier im Saarland sind es ca. 6 Grad, etwas Sonne und Wind. Top, Fleece und windabweisende Softshell waren eine richtig gute Entscheidung. Für eine längere Wanderung wäre es aber, so denke ich, noch fast zu viel gewesen.
            Ich wünsche euch ein super Wochenende!

            Viele Grüße
            Cora

  2. antworten Winterwandern im Saarland: Traumschleife Georgi-Panoramaweg – Green Shaped Heart 11. Februar 2017 at 13:26

    […] mal am Zwiebelprinzip mit nur einer Softshell darüber probiert, wie ich es kürzlich als Tipp bei Caro von bergstorming gelesen hatte. Ich bin gespannt, wie sich das macht heute, ob mir kalt wird oder zu […]

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