Wandern auf dem Moselsteig – Vorbereitung und Tipps!

Mal ehrlich, ist nicht jeder von uns schon mal in den Gedanken gedriftet, der uns einfach den Rucksack aufschnallen und losziehen lässt. Ohne zu wissen wie lang wir unterwegs sind, wann wir wieder ankommen und ob wir überhaupt wieder kommen wollen? Da wir aber leider wie viele „noch“ in festen Arbeitszeiten stecken, unterliegen die Ziele natürlich bis dato einem gewissen zeitlichen Rahmen, der immer ein wenig mit dem wachsenden Fernweh konkurriert.

Und dennoch, wir müssen raus! Und dich nehmen wir mit!

Chris und Caro an der Mosel

Du kommst vielleicht schon aus der Stöberei über den Bericht zum Calmont? Prima! Dann hast du ja schon eine kleine Vorstellung davon, wo es hingeht.

Moselsteig: 4 Tage – 70km – von Reil nach Cochem

Mit diesem Artikel helfen wir dir bei der Vorbereitung. Hier findest alles rund um die Organisation deiner Moselsteigtour, angefangen von der Route über Übernachtungsmöglichkeiten bis hin zu Infos über Anforderungen wie Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Wir versorgen dich mit allen wertvollen Tipps zu ParkmöglichkeitenAusrüstung und geben dir wichtigen Input zu Bahnverbindungen.

Du bist überzeugt? Dann lass uns loslegen!

Route

Die Moselsteigroute führt dich von Reil nach Cochem immer direkt an der Mosel entlang, inmitten der wunderschönen Weinberge und vorbei an bezaubernden kleinen Winzerörtchen. Dabei handelt es sich um die Tages-Etappen 14 bis 18, die wir statt in 5 Tagen in 4 Tagen durchwandert sind und für Cochem einen Extra-Sight-Seeing-Tag genutzt haben.

Eckdaten

Länge: 70 km
Gehzeit: 21 Stunden / 4 Tage
Höhenmeter: ↑2.075 m, ↓2.055 m
Höchster Punkt: 394 m
Ausgangspunkt: Reil
Ziel: Cochem

Anforderungen

Kondition und Fitness

Bei der Wandertour von Reil nach Cochem handelt es sich um Tagesstrecken zwischen 12 km und 23 km. Hierzu würde ich dir raten – solltest du dich gerade in dein erstes längeres Wanderabenteuer stürzen – trainiere ruhig vorher auf Tageswanderungen und nimm dir auch Strecken bis zu 25 km vor. Die Beine sollten einen guten Fitnessgrad haben um nicht schon nach dem ersten Tag erschöpft abbrechen zu müssen.

Caro steigt hoch

Nutze die Wochenenden und nimm deinen gepackten Rucksack mit. Ein Gewicht von knapp 8-10kg ist nicht zu unterschätzen. Es macht dich langsamer und bringt dich schneller an deine Grenzen. Kurzum, du musst kein/e Supermann/-frau sein, aber eine gewisse Grundfitness ist erforderlich.

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit

In der Summe bewegst du dich auf dem von uns vorgestellten Moselsteig überwiegend auf Pfaden, die deine Knie nicht zum schlottern bringen. Da gibt es wilde breite Wege durch die Weinberge, abgelegene Waldstrecken, weite Wiesenwege oder manchmal auch Asphalt. Bei all den angenehmen Abschnitten triffst du aber auch auf Teilstücke, die ein gewisses Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern. Herrlich aussichtsreich doch mit etwas Vorsicht zu genießen, wanderst du hier auf engen WegenPfaden direkt an der Hangkante entlang oder auf mit Trittbügeln befestigten Klettersteigen. Besonders riskante Stellen sind hierbei mit Ketten gesichert und mit etwas Mut und Selbstvertrauen schaffst du das auf jeden Fall! Wir sind auch etwas höhenängstlich, also sei beruhigt. Es ist machbar!

Vorbereitung

Zeitraum

Den Moselsteig von Reil nach Cochem zu wandern, verlangt unserer Ansicht nach keine bestimmte Jahreszeit. Wir selbst sind die Strecke im Winter gewandert und hatten teilweise wirklich knackige Temperaturen. Und trotzdem mussten wir an keiner Stelle einen Ausweichpfad wählen.

Auch wenn das Frühjahr, der Sommer oder der Herbst bestimmt mit einer noch größeren Farbenpracht aufwarten können, sind wir vom Moselwinter so verzaubert, dass die nächste Reise hier hin mit Sicherheit wieder in die kalte Jahreszeit fällt. Das glitzernde Knistern, die kühlen Nebelschwaden und die phantastische Rau-Reif-Kulisse schafft für uns einfach keine andere Jahreszeit zu übertreffen. Aber das darfst du letztendlich ganz allein entscheiden.

Mosel im Winter

Unterkünfte reservieren

Der Moselsteig ist so ausgelegt, dass du an jedem Endpunkt der Etappe immer in einem Ort ankommst, in dem du eine Unterkunft buchen kannst. Da der Moselsteig im Sommer gut besucht ist und im Winter nur noch wenige Pensionen geöffnet sind, kann ich dir die Reservierung vorab nur wärmstens empfehlen. Gern stelle ich dir dafür einmal unsere TOP 3 Unterkünfte der Tour vor.

Zell – Zum Grünen Kranz

Ein Hotel, direkt am Wasser. Was will man mehr? Uns selbst für eine Suite entschieden, wurden wir von dem modernen und stilvollem Glanz sehr überrascht. Ausgestattet ist sie mit einem riesigen Panoramafenster, einem Balkon mit direktem Blick auf die Mosel sowie einem wundervollen Bad mit ebenerdiger Regendusche. Zur Entspannung hält das Hotel für seine Gäste noch die hauseigene Sauna bereit. Direkt zu Beginn wirst du mit einer guten Flasche Moselwein und etwas Wasser begrüßt. Natürlich gibt es nicht nur Suiten in diesem Hotel, sondern auch Doppelzimmer für die du dich entscheiden kannst.

Neben dem Zimmer lädt auch das vielseitige Frühstücksbuffet zum verweilen ein. Der Essenssaal mit toller Fensterfront zur wunderschönen Moselschleife sowie die liebevolle Auswahl an Leckereien halten den Besucher wahrlich etwas länger als gewollt bei Tisch. Mit 57€/Person inklusive Frühstück ist diese Übernachtungsmöglichkeit nicht die günstigste, aber mit Sicherheit eine der luxuriösesten auf dem Moselsteig. Wir sind komplett überzeugt und können dir dieses Hotel sehr empfehlen.

Neef – Haus Mona Lisa

Neef, ein kleines Örtchen, welches dich am Ende der 15 Etappe empfängt. Als eins der wenigen geöffneten Unterkünfte im Winter verzaubert diese Pension vor allem durch ihren familiären und warmen Charakter. Ausgekühlt und mit schmerzenden Sohlen werden wir mit einem Tässchen heißem Tee und Kaffee sowie hauseigenem Kuchen auf Kosten des Hauses liebevoll in die gastfreundschaftlichen Arme des Hauses aufgenommen. Die Zimmer liegen in einem gutem Preis-Leistungsverhältnis mit Dusche und sehr bequemen Betten.

Pension Mona Lisa

Am Morgen richtet dir fantastische Gastwirtin mit viel Liebe zum Detail und unter Berücksichtigung deiner Wünsche zu Frühstückszeiten ein herrliches Frühstück an. Ein bißchen wie bei Freunden wird frischer Kaffee aufgebrüht und ohne das Buffet zu überhäufen die Platten immer wieder neu bestückst und garniert. Eine wirklich warmherzige Pension in familiärer Atmosphäre, die für 34€/Person eine gemütliche Übernachtung mit leckerem Frühstück verspricht.

Cochem – Pension Eckerskorn

Cochem ist das Ende der Reise und mit dem Ziel hast du auch deine Zielkilometer erreicht. Hier war es uns wichtig noch einmal wirklich zu relaxen. Durch den Ort und vorbei an der wunderschönen Kulisse von Cochem erreichst du nach knapp einem Kilometer die Pension. Und dein Zimmer wird dich umhauen. Nicht nur die stilvolle Einrichtung und das herrlich bequeme Bett sondern insbesondere auch das phantastische Bad mit seiner ebenerdigen Dusche ist ein echter Wohlfühlort. Die brennenden Füße auf den Natursteinen der Dusche zu spüren, ist ein wahrer Genuss, vor allem nach der letzten sehr anspruchsvollen Etappe.

Gemütlicher Essbereich der Pension

Neben den gemütlichen Zimmern überzeugt die Pension Eckerskorn vor allem durch das Frühstück. Für uns das beste was wir auf der Reise genießen durften in einem überaus stilvollem Wohlfühl-Ambiente. Viele außergewöhnliche Leckereien erwarten dich, angereicht zu frischem Kaffee oder Tee. Nach 23 Tageskilometer und insgesamt 70 Wanderkilometer ist die Wahl dieser Unterkunft für 47€/Person inklusive Frühstück die absolut richtige Entscheidung. Bei unserem nächsten Besuch werden wir uns auf jeden Fall wieder in diesem Haus verwöhnen lassen.

Anreise und Parkmöglichkeiten

Da wir möglichst bis zum Ende einer Tour gern ungebunden und zeitlos reisen, stellen wir unser Auto meistens am Ziel der Tour ab. Somit bist du nicht auf die Fahrtzeiten der Bahn angewiesen und kannst deine Zeit so nutzen wie du es gern hast. Überlegst du auch mit dem PKW anzureisen, gibt es in Cochem die Möglichkeit, das Auto kostenfrei abzustellen. Den Parkplatz findest du hier.

Von hier führt dich der Weg über die Brücke auf die andere Moselseite zum Bahnhof in Cochem. Für ein paar Euro geht es mit dem Zug binnen 20 Minuten zum Startpunkt deiner Tour, nach Reil. Die Abfahrtzeiten für diesen Transfer findest du hier. Solltest du deine Tour früher abbrechen müssen, kannst du auch jederzeit mit der Moselbahn wieder zurück an deinen Ausgangspunkt gelangen.

Training und mentale Stärke

Die Etappen sind teilweise moderat bis hin zu sehr anspruchsvoll. Dabei können dich zum einen die Tageskilometer herausfordern als auch die steileren Aufstiege und Kletterpassagen. Versuche dich durch Wanderungen an den Wochenenden zu testen und versuche dein Tempo zu finden. Wichtig dabei, pack dir deinen Rucksack mit etwa 8-10 Kg. Die zusätzliche Last wird dich langsamer machen, beachte diese Kraft bitte.

Training Training Training

Versuche vielleicht mal 2 Tagesmärsche hintereinander und bringe dich an deine Belastungsgrenze. Wenn die Fußsohlen brennen, haben wir manchmal keinen Blick für das Schöne um uns herum. Schule dich darin, den Schmerz auszuhalten und nicht zu vergessen weshalb du das gerade tust oder was dich daran glücklich macht. Außerdem kannst du versuchen dich durch Pausen oder kleine Snacks bei Laune zu halten. Ist es arg schlimm mit der Kraft, den Füßen und allem anderen auch, gönne deinen Füßen – auch wenn der Abend naht – zwischendurch eine kleine Rast. Es bringt nichts vor der Dunkelheit zu fliehen.

Besinne dich auf das was du gerade tust und genieße deine Reise.

Auszeit

Ausrüstung

Schuhe

Wie schon gesagt, dies ist eine Tour, die an manchen Tagen ein paar mehr Kilometer pro Tag von dir abfordert. Versichere dich, dass deine Schuhe wirklich gut sitzen und du sie schon sehr gut eingelaufen hast. Sie sind dein wichtigstes Werkzeug auf der Tour. Es heißt also, Training, Training, Training! Trage sie überall wo du hingehst, ob zum Bäcker oder in die Stadt, ober auf dem Spaziergang oder vielleicht auch auf Arbeit. Gewöhne dich dran, dass du sie mindestens 8 Stunden am Tag trägst.

Schuhe einlaufen schon vor der Reise

Wichtigste Reiseapotheke

Um nicht auf der Reise an Muskelkater zu scheitern, pack dir genug Magnesium ein. Wir nehmen pro Tag 800mg in Form von Tabletten ein und bewegen uns immer ohne den fiesen Muskelschmerz.

Um die Füße müssen wir uns natürlich auch kümmern. Dafür hat sich für uns am idealsten Hirschtalg bewehrt. Er macht die Füße geschmeidig und verhindert das schnelle Aufkommen von Blasen.

Worst Case : Blasen an den Füßen. Pack dir Blasenpflaster ein. Nichts ist schlimmer als offene Stellen an den Hacken, die auf Strümpfe treffen.

Essen und Trinken an Board

Sorge dafür, dass du ausreichend Energie während der gesamten Tour hast, denn Imbissstände und Colaautomaten sind tabu. Der Moselsteig führt uns Wanderer extra sehr selten durch Ortschaften hindurch, sodass wir uns ganz der wunderschönen Landschaft hingeben können.

Unsere Lieblingspowerlieferanten :

  • Studentenfutter
  • Müsliriegel
  • Schokolade – für ein wenig Motivation
  • warmer Tee aus der Thermoskanne – wohl aber eher im Herbst/Winter
  • Wasser mit etwas Salz

Und sonst so

Was in so einen Rucksack alles rein kann, erfährst du ideal zusammengefasst in der Berichtreihe „Womit fange ich an„. Stöber dich gern durch. Trotzdem möchte ich dir meine wichtigsten „Nicht-Zu-Vergessen-Dinge“ für den Moselsteig hier noch schnell nennen.

  • Trinksack
  • Packsäcke – sie sind Gold wert für etwas Ordnung im Rucksack
  • Trekkingstöcke
  • Sitzkissen
  • Nachtsichtlampe – die Etappen können sich auch mal bis in den Abend ziehen
  • Ohropax

Und das wichtigste, nimm nicht zu viel mit!

Nebel-Mosel

So…bist du noch da? Wenn nicht gute Reise! Wenn doch, erzähl uns doch mal von deiner Moselsteigtour. Welche Etappen waren für dich besonders cool und wo hast du übernachtet?  Wo findet man noch so tolle Kletterpassagen und Steilpfadabschnitte und wie motivierst du dich auf langen Strecken durchzuhalten? Schreib uns!


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Hey, ich bin Caro. Leidenschaftliches Outdoor-Mädchen, chronische Wohnsitznomadin und ständig in Bewegung. Umso entfernter die Couch, desto glücklicher bin ich. Wenn nicht mit der Natur unter den Füßen, entfliehe ich dem Alltag sonst gern mit der Nase in Reiseberichten und Outdoor-Blogs. Planen. Recherchieren. Inspirieren. Auf Bergstorming berichte ich über unsere Reisen und füttere dich mit wertvollen Infos zu Vorbereitungen, Wanderrouten, Hot-Spots und Insides. Komm einfach mit!

8 Kommentare
  1. antworten Flopo 7. März 2017 at 8:27

    Wow! Echt schöne Bilder! Ich bin bislang nur unten auf der Straße gefahren aber vielleicht sollte ich mich auch mal versuchen die Berge zu erklimmen 😉 Die Aussicht ist jedenfalls mega!!!

    P.S Echt schick geworden hier euer Blog! Find‘ ick jut wa 😉

    Grüße an euch beide aus dem Westerwald
    Flo

    • antworten Chris 7. März 2017 at 10:26

      Danke Flo! Nächstes mal melden wir uns einfach…

      Beste Grüße
      Chris

  2. antworten Thomas 8. März 2017 at 19:17

    Da habt ihr euch eine schöne Ecke ausgesucht. Wir machen dieses Jahr eine Woche Eifel Tour. Eltz und Cochem sind Pflicht. In Bremm am Calmont bleiben wir zwei Tage. Freuen uns schon wie Bolle! Hoffentlich ist der Wein bis dahin nicht alle :p

    Grüße vom Harzer Bergwald
    Thomas

    • antworten Chris 9. März 2017 at 6:07

      Hey Thomas!
      Wir wünschen euch viel Spaß. Es lohnt sich.
      Beste Grüße
      Chris

  3. antworten Anke 7. Juli 2017 at 18:54

    Hallo – tolle Bilder und super Beschreibung Eurer Tour! Ich überlege spontan in 2 Wochen auch einige Tage auf den Moselsteig zu gehen und überlege noch die Strecke. Eure beschriebene hört sich toll an – bin beim Abgleich mit meinem Wanderführer aber irritiert: seid ihr tatsächlich an einem Tag von Neef nach Cochem gewandert? Laut meiner Karte sind das über 30 km… Wäre neugierig ob Ihr abgekürzt habt? Liebe Grüße Anke

    • antworten Anke 7. Juli 2017 at 19:09

      Oh, jetzt habe ich eben erst Euren ausführlichen Bericht in 2 Teilen entdeckt und meine Frage hat sich geklärt 🙂

    • antworten Chris 7. Juli 2017 at 23:25

      Da sich deine Frage geklärt hat, wünschen wir dir einfach eine tolle Wanderung. Ist wirklich schön dort!

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