Bäumchen in der Sächsischen Schweiz

Zum ersten Mal wandern? – Was Du wissen solltest

Schön, dass du hier her gefunden hast. Du möchtest auch in dieses Hobby einsteigen? Dann legen wir mal los! Worüber wir reden:

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Trau dich und leg einfach los!

Deine Füße benutzt du ja eigentlich immer! Man geht spazieren, um zu verdauen oder einfach nur um sich zu unterhalten. Will man abnehmen und fit bleiben, joggt man. Verpasst man den Bus, muss man seine Strecke zu Fuß hinter sich bringen. Du siehst, grundlegend musst du hier nichts komplett neu lernen, du kannst es schon! Trotzdem mussten wir feststellen, dass man auf einer längeren Tour auf ein paar Sachen achten sollte.

Ein gutes Tempo ist wichtig!

Wir haben es am Anfang absolut übertrieben, nach kurzer Zeit war Stille. Wenn du dich entspannt mit deinem Nachbarn unterhalten kannst, sind wir auf dem richtigen Weg. Schwitzen ist gut, während direkt Vollgas geben aus der Puste bringt. Demzufolge wird deine Tour nicht besonders angenehm, vielleicht sogar sehr kurz.

Picknick in der Sächsischen Schweiz

Mach Pause!

Man neigt oft dazu Dinge „durchziehen“ zu wollen und denkt nicht an das große Ganze. – Caro und ich sind zum Beispiel so, Zeit was zu ändern! – Auch wenn du dich anfangs noch fit fühlst, später wird es immer schwerer Energie zurück zu gewinnen. Wir versuchen im Schnitt jede Stunde einen Aussichtspunkt zu genießen, einen Snack zu verdrücken oder einfach den nächsten Stein anzupeilen, um aufzutanken.

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Nicht zu viel vornehmen!

Du hast dich umfassend vorbereitet und weißt genau, was du sehen willst auf deiner Tour. Schließlich soll es sich ja auch lohnen! Trotzdem bringt es nichts sich hier zu überschätzen. Derzeit peilen wir maximal zwischen 15 und 20 Kilometer an. Du wirst jeden zu viel genommenen Kilometer am nächsten Tag spüren.

Bei den Kilometern geht es nicht nur um die Strecke. Viele berichten über die Höhenmeter, die mit in diese Rechnung einfließen. – Es stimmt, die Sächsische Schweiz hat es uns bewiesen! – Es gibt viele Ansätze im Netz, wie man diese als Wanderer für sich umrechnen kann. Eine zuverlässige genaue Rechnung habe ich hierfür allerdings nicht. Grob anpeilen kann man hier 100 Höhenmeter = 700 Meter Strecke. Das ist natürlich abhängig von deinem Körpergewicht, deinem Gepäck, dem Untergrund, der Steigung, dem Wetter, der Temperatur und allem, was es sonst so gibt.

Sei nicht zu stolz!

Es ist keine Schande den Heimweg früher anzutreten. Du hast es ja schon geschafft und den ersten Schritt für dein neues Hobby getan. Auf jeden Fall gibt es ein nächstes Mal.

Unterschätze das Neue nicht!

Du weißt wie es ist zu laufen? Als Kind warst du auch immer viel unterwegs in der Natur? Du schaffst es sonst auch immer stundenlang nichts zu essen und zu trinken? Doch dann kommt alles anders. Du hast zusätzliches Gepäck bei dir, dazu existiert der nächste Kiosk für den Notfall nicht, Aufstiege benötigen mehr Energie als gerade Strecken. Unser Tipp: Training, Training, Training! – Wir erproben uns deshalb gerade schwer bepackt mit ca. 15 Kilo im Rucksack und festen Wanderschuhen auch auf Tagestouren – Die Zeit macht dich sicherer viele dieser Faktoren einschätzen zu können, sei vorsichtig und reiz die Grenzen nicht direkt am Anfang aus.

Unterkunft in der Sächsischen Schweiz

Unterkunft oder Tagestour!

Du weißt noch nicht wie lange und gut du durchhältst? Hattest du eine lange Anreise, ist der Gedanke an eine Unterkunft vielleicht nicht schlecht. Die Heimreise kann zum Horror werden, sobald man kaputt ist. – Ich fahre extrem gerne Auto, für Caro wären 1,5 Stunden selbst fahren nach der Tour schon zu viel – Auch wenn du im Kopf schon in 80 Tagen um die Welt wanderst, beschränke dich anfangs auf eine Tagestour. Wie wir feststellen mussten, läuft der erste Tag super. Am nächsten Tag kriegst du deine faulen Füße kaum noch in die Schuhe. Also piano Wander-Kumpel!

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Wasser und Proviant

Das Wichtigste zuerst: Sei hier nicht sparsam! Volle Lunchbox und 3 Liter Wasser pro Kopf. So haben wir angefangen. Schwer, aber lehrreich. Es gibt zum Beispiel spezielle Trekkingnahrung, die man nur mit Wasser aufgießt. Die kostet viel, ist aber auch extrem leicht. Finde dein eigenes Gleichgewicht.

Beim Wasser gibt es sehr viele Punkte, die die Menge, die du zu dir nehmen wirst, stark beeinflussen. Ist es kalt und verregnet, trinkt man nach mehreren Stunden vielleicht nur einen Liter. Scheint die Sonne und es herrschen 30 Grad im Schatten, verbraucht man vielleicht sogar 3 Liter in der selben Zeit. Über folgende Faktoren wirst du in Zukunft sicher Bescheid wissen:

  • Dauer
  • Anstrengung
  • Wetter
  • Trinkwasserquellen

Beim Essen kommt es erstmal darauf an, was du magst. Wir hatten viel zu viel Süßkram dabei. Gibt Power durch den Zucker, also rein damit! Generell sollte man darauf achten, wie schnell die Nahrung verderben kann. Du solltest nicht unbedingt Schokolade einpacken, wenn die Sonne eine Sauna aus deinem Rucksack macht. Ein Fischbrötchen macht sich demgemäß auch nicht so wirklich gut. Ist es draußen kalt, brauchst du dir eigentlich keine Gedanken machen.

Auf und ab!

Du läufst nicht nur brav gerade aus, also verzichte auf Essen, was auslaufen kann oder zerdrückt wird. Wir hatten das ein oder andere Treffen mit einem Felsen. Joghurt ist nicht so gut.

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Softpackliste

Ein grundlegendes Thema beim Wandern ist immer die Packliste. Man ist lange unterwegs, deswegen sollte man alles nötige in der Tasche haben. Mit der Softpackliste wollen wir dir kurz vor Augen führen, welche Dinge du ohnehin besitzt. Startklar machen für einen Kaltstart, bevor du deine Ausrüstung optimierst. Ich als Gearjunkie kann mich immer extrem schwer zurückhalten. Natürlich brauchst du nicht immer alles davon, im Grunde genommen geht es eher um einen Denkanstoß.

  • Rucksack – irgendeinen hat jeder von uns (Turnbeutel sind doof, die schneiden an den Schultern ein)
  • Schuhe – Laufschuhe oder Ähnliches (ich hatte NIKE free, Caro Asics)
  • Regenjacke – hatte ich nicht. Kaufrausch AN.
  • Atmungsaktive Kleidung – Wir haben uns bei unseren Laufsachen bedient
  • Sonnenschutz
  • Insektenschutz
  • Erste Hilfe – Pflaster, wichtige Medikamente … Du weißt schon.
  • Wasser – Wir hatten PET Flasche zwecks Gewicht
  • Proviant – Siehe oben. Erstmal keine Gewichtsoptimierung.
  • Socken – Laufsocken sind perfekt, bequem sollten sie mindestens sein
  • Hose – darf nicht quetschen
  • Unterhose – für die Männer: enge Shorts sind besser, als weite
  • Taschentücher/Klopapier – für alle Fälle
  • Telefon – Heute hat jeder ein Smartphone. Multitool CHECK!
  • Orientierung – wenn du keine Karte für dein Zielgebiet hast, hilft dir dein Smartphone (GPS + Online Kartenmaterial). Caro liebt Karten zum anfassen.

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Schon vorbereitet!

Genug mit dem ganzen Kram, den man beachten muss und was man noch nicht weiß. Im Folgenden kommen wir zu dem, was du schon kannst. Du hast es vielleicht nur nicht auf dem Schirm!

Alles Training!

Wir haben Anfangs schon über das Laufen allgemein gesprochen. Wenn du regelmäßig Ausdauersport machst kannst du natürlich länger und/oder effektiver wandern. Machst du Kraftsport? Super, dann macht dir das zusätzliche Gewicht durch das Gepäck auch nicht so viel aus. Wir gehen regelmäßig joggen. Um mich selber als Kraftsportler bezeichnen zu können, bekomme ich leider zu selten den Arsch hoch.

Die Ernährung macht´s!

Du ernährt dich bewusst und weißt, was dein Körper braucht? Klasse, dann fällt es dir leicht den Proviant zu verwalten. Außerdem hast du dich schon viel damit beschäftigt, welche Lebensmittel für bestimmte Zwecke gut geeignet sind? Klasse, der richtige Energieerzeuger macht es so viel einfacher! Wir haben gemerkt, dass es noch viel für uns zu lernen gibt.

Caro mit Ninja-Style

Der Rucksack ist immer am Start!

Du bist der klassische Backpacker. Aus diesem Grund gehst du sogar zur Arbeit damit? Besser geht es nicht! Durch deinen Umgang mit zusätzlichem Gewicht auf dem Rücken, weißt du wie dein Körper damit umgeht. Lange Strecken beim Sightseeing machen dir gar nichts aus. Essen und Trinken hast du auch immer mit, weil dir die Geschäfte an den angesagten Spots viel zu teuer sind. Sparfüchse wie wir haben demzufolge die Macht!

Respekt, fühl dich auf die Schulter geklopft. Es kann losgehen!

zum ersten mal wandern

Ich bin Chris! Minimalist, frischer Fernwehleidender, Gearjunkie und Medienmensch. Ich befasse mich leidenschaftlich gerne mit Ausrüstung, Klamotten und der Technik rund um unser Hobby. Testen. Optimieren. Maximieren. Schau einfach rein!

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