Schön warm, auch im Winter!

Diesmal erzählen wir dir, wie Du dein Wohnmobil dämmen kannst und zeigen dir eine tolle Methode außerhalb der Stanni-Isolation: Armaflex. Denn ja es gibt eine Alternative und die besteht aus dem Sandwich Alubutyl, Styrodur, PU-Schaum, Wolle und einer Dampfbarriere. Das komplette Programm also. Und da wir unseren Don eh komplett nackt machen mussten, haben wir die Chance genutzt und neben der Wärmedämmung auch direkt das Dröhnen reduziert.

Anti-Dröhn mit Alubutyl

Du bist bestimmt schon mal in einem älteren Auto oder LKW unterwegs gewesen. Oder vielleicht besitzt du sogar selbst einen Oldtimer und willst ihn zum Wohnmobil ausbauen. Dann hast du sicher schon den Unterschied gemerkt zu modernen Autos, vor allem hinsichtlich der Geräuschentwicklung im Innenraum. Da dröhnt und klappert quasi alles! Zum Glück gibt es da etwas, was du tun kannst…

Alubutyl wird ähnlich wie selbstklebende Bitumen-Dichtplatten zur Schalldämmung in Kraftfahrzeugen genutzt. Die schalldämmende Wirkung beruht auf der Masse, die an der Aluminium-Schicht klebt. Du ziehst einfach die untere Folie ab und presst die Platte an das Blech der Karosserie. Wenn es draußen eher kalt ist, hilft es, mit einem Heißluft-Föhn zu arbeiten. Die Masse lässt sich warm deutlich besser auftragen. Es gibt außerdem spezielle Rollen, um das Zeug festzupressen. Unser Video zeigt dir, wie du es kostengünstiger machen kannst. Wir verwenden einfach eine herkömmliche Malerrolle – Nur ganz ohne Rolle, also nur mit dem Stengel, Griff, Stab…was auch immer.

Bist du wie wir ohne LKW-Führerschein, kommt es beim Ausbau deines Wohnmobils auf das Endgewicht des Fahrzeugs an. 3,5 Tonnen dürfen nicht überschritten werden, um dein Fahrzeug letztlich noch fahren zu dürfen. Alubutyl ist leider kein sehr leichter Werkstoff.  Deshalb kommt es dir und uns sehr zu Gute, dass wir keine durchgehende Schicht für einen funktionierenden Anti-Dröhn-Effekt herstellen müssen. Kleine Flächen genügen schon, um das Blech vom Dröhnen zu befreien.

Tipp: Schneide das Alubutyl gern mit einem Cutter-Messer. Doch Vorsicht: Handschuhe sind ein dringendes Muss. Wir selbst sind ein großes Risiko eingegangen ohne sie zu arbeiten – wahrscheinlich hatten wir mehr Glück als Verstand.  Nimm dir diesbezüglich also bitte kein Beispiel an uns. Die Metallschicht des Alubutyl´s ist sehr scharfkantig! Freunde von uns haben sich schon stark verletzt.

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Wärmedämmung mit Styrodur, PU-Schaum und Wolle

Beim Thema Anti-Dröhn sind sich die Leute recht einig. Bei der Dämmung trifft das leider weniger zu. Armaflex oder nicht Armaflex – Hier scheiden sich wortwörtlich die Geister. Viele jubeln, andere meckern. Wir haben uns letztlich nach intensiver Recherche gegen eine Dämmung mit Armaflex entschieden. Langjährige Wohnmobil-Ausbauer und erprobte Dämmungsexperten haben uns in unserer Entscheidung bestätigt. Was im Endeffekt wird, weiß nur der Wind. Das Fazit folgt nach dem Langzeittest – Ergo: Berichterstattung folgt in jedem Fall.

Todesmutig haben wir also ganz klassisch gedämmt mit:

  • Styrodur
  • PU-Schaum
  • Wolle
  • Dampfbarriere (später mehr dazu)

Nun könnten gegnerische Stimmen meinen: So eine dicke Dampfbarriere nimmt viel zu viel Platz vom Innenraum weg. Und das ist in vielen Fällen richtig, sodass du dahingehend auf jeden Fall bei deinem eigenen Ausbau darauf achten solltest. Armaflex ist sehr dünn, unsere Variante schon recht dick. Ist das Skelett deines Vans so dick wie bei Don,  ist hinter der Holzverkleidung bis zu 5 cm Platz. Diesen Hohlraum nicht zu nutzen: Wie blöd wäre das denn?

Wo Styrodur auf Styrodur stößt, besteht die Gefahr von nervigen Luftlücken. Wir haben an dieser Stelle mit PU-Schaum gearbeitet. Dieser verhindert die Entstehung von Wärmebrücken-Löchern sowie der lästigen Quietscherei währen der Fahrt. Ansonsten haben wir das Skelett, also die Holme von Don als Rahmen für die Platten genutzt. Meint: Es darf gestopft werden und was nicht passt, wir passend gequetscht.

Nächste Herausforderung: Viele Holme sind unten offen und an manchen Stellen des Oldies lauern ätzende Biegungen. Keine Chance also für das grüne Styrodur-Brikett und auch die Verwendung von PU-Schaum macht hier leider keinen Sinn.

Und trotzdessen wir uns die Köpfe weich gegrübelt haben, kamen wir leider nicht drum herum: Dämmwolle muss her. Davon aber möglichst so wenig, wie möglich.

Styrodur-Tipp: Es gibt sogenannte Styroporschneider. Mit einem heißen Draht lässt sich das Ganze viel einfacher trennen. Wir haben ein großes Messer genutzt. Musste mehrmals geschliffen werden…

Kein Kondenswasser dank Dampfbarriere

Kondenswasser entsteht, wenn warme und kalte Luft aufeinander treffen. Folge:

Hinter der Dämmung sammelt sich Kondenswasser und der Wagen rostet dir von innen heraus unter den Füßen weg.

Soweit so gut, beziehungsweise schlecht! Um das zu verhindern, ist es wichtig, die Dampfbarriere absolut nahtlos zu verlegen. Alu-Klebeband bietet hier die perfekte Lösung, mit dem du die silbernen Noppenfolien-Stücke ruckzuck miteinander verbindest. Hier lautet die Devise: Lieber zu viel, als zu wenig – Die Dampfbarriere wiegt quasi gar nichts.

Tipp: Schneiden lässt sich das Alu-Klebeband eigentlich ganz einfach mit der Haushaltsschere. Da es die Blechschere jedoch auch tut und sogar noch viel besser funktioniert, schießen wir im Video mit Kanonen auf Spatzen.

Inspirationsquellen

Bist du mutig oder brauchst Entscheidungshilfe, ob du nun Armaflex oder die klassische Dämmung nutzen sollst wie wir – Dann schau dir gern das Video unseres Inspirations-Gurus an. Zwar ist es auf Englisch, aber besser als Greg Virgoe kann es wohlmöglich keiner erklären:

So und nun Du! Klassische Dämmung oder Armaflex? Hast du selbst schon mal ein Wohnmobil gedämmt und wenn ja womit? Was sind deine Erfahrungen bezüglich der Wärmeisolierung im Wohnmobil?  Wir freuen uns von dir zu hören!

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Chris

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Ich bin Chris! Minimalist, Digitaler Nomade, Gearjunkie und Freelance Designer. Ich befasse mich mit Ausrüstung, Klamotten und Technik. Testen. Optimieren. Maximieren.

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