Unser Don: Der Zuwachs auf 6 Rädern

Darf ich bitten: Don Düdo alias „Der Dicke“ alias „Don Schrotti“ alias such dir was aus.

Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, den einen oder anderen Kosenamen haben wir unserem Wohnmobil schon verpasst. Ob ihm das selbst so passt, wissen wir leider nicht – In jedem Fall hat er vom ersten Tag an unser Herz erobert. Um nun auch auf den letzten Kritiker die Düdo-Liebes-Welle überschwappen zu lassen, haben wir mal alle verzaubernden Details des Oldies zusammen getragen und freuen uns heute wie blöd dir ihn endlich in ganzer Breite vorstellen zu dürfen.

Dabei wollen wir heute mal weniger auf die betörende Clooney-Optik eingehen – das der Dicke Charme hat, wissen durch unser  Liebesgesäusel dann wahrscheinlich alle – sondern dich eher mit den geschichtlichen Fakten vertraut machen. Lehn dich also gern zurück und lass dich ein bißchen verzaubern von der guterhaltenden Nostalgie unseres WoMos.

Die Fakten

  • Daimler-Benz (Mercedes Benz)
  • Erstzulassung: 06.04.1970
  • Typ: L 408 G
  • Bezeichnung: So. KFZ Wohnmobil
  • Oldtimer
  • Nennleistung: 55kw
  • Nenndrehzahl: 4400
  • Länge: 6000 mm
  • Breite: 2120 mm
  • Höhe: 2750 mm
  • gefahrene Kilometer: ca. 300.000 km (05/2018)
  • Motorart: Benziner w115
  • Austauschmotor: direkt von Mercedes mit 74.000 km (05/2018)
  • Sitzplätze: 6
  • Fahrertür (normal), Beifahrer-/ Eingangstür (Schiebetür)
  • Dachluken: 2
  • Wohnmobil Fenster: 2 groß, 2 klein
  • Anhängerkupplung
  • abgelastet auf 3,5T
  • DIY Kofferaufbau
  • Hochdach (Stehhöhe)

Vom Schirmverkäufer zum Wohnmobil

Doch den heutigen Wohnmobil-Status besaß Don nicht immer. So begleitete er seinen Erstbesitzer als treuer Schirmverkäufer-Wagen. Stets zuverlässig sauste er mit seinem Besitzer überall dort hin, wo die Leute nicht nass werden wollten.

Doch dabei sollte es nicht bleiben. Es folgte eine Reinkarnation – Statt Regenschirme zu transportieren, sah sein neuer Besitzer ein sehr viel größeres Potential in ihm. Es folgte: Ein Umbau mit sehr viel Liebe zum Detail und somit eine neue Lebensaufgabe für den Düdo.

Der WoMo-Umbau

Präzise und mit dem neustem Schick aus 1984 – wie Kirschholzverkleidung und Kronleuchterlampe – fällt heute auf, dass viele Umbauten von ihm einem wirklich sehr modernen Standart entsprechen. Treu nach dem Motto: Sei deiner Zeit voraus!

Besonders glücklich können wir dabei über die sehr genaue Aufbereitung und Versiegelung sein, da er dadurch bis heute kaum an Glanz verloren hat. Man könnte meinen: Na gut und unten rum? – Es ist kaum zu fassen: Rollen wir uns unter das Auto, gibt es kaum eine Stelle an der unser Don unter ernsthaften, rostigen Altersflecken leidet. Geschniegelt und gestriegelt, obenrum und untenrum.

Wohnmobil Innenausbau

Flügeltüren adé!

Und die Türen? Wie du vielleicht schon erspäht hast, besitzt der Düdo am Heck keine Türen. Im ersten Moment, geht es dir wahrscheinlich wie uns.

SCHADE! Kein Meerblick vom Bett aus. Jupp!

Auf den 2. Blick hat sich dieser Zustand jedoch als Segen heraus gestellt. So erschuf der Vorbesitzer mit dem Umbau der Flügeltüren eine Art feste Wand und somit eine echte Barriere für Wind und Wetter. Die Vorteile, die sich daraus für uns ergeben ergeben, sind wie folgt:

  • die Dämmung kann großflächig ohne Aussparung verlegt werden
  • weniger Ritzen und Spalten bedingen, dass kalte Luft weniger eindringen kann
  • eine bessere Kontrolle über das Wohnklima

H-Kennzeichen trotz Umbau

Um diesen Wagen für uns als Home-Sweet-Home zu benutzen, war es natürlich sehr wesentlich, dass wir mit ihm überall – auch in Umweltzonen – einfahren können. So und nun Düdo. Natürlich ist er umwelttechnisch nicht ganz so der Vorführ-Wagen, dennoch konnten wir dieses Problem gut umgehen, indem wir dem Düdo ein H-Kennzeichen für historisch wertvoll besorgten.

Für uns ein echter Kauf-Entscheidungsfaktor, da er uns natürlich ausnahmslos begleiten soll. An sich auch kein Problem mit seinem Baujahr 1970 – Aber die Flügeltüren?!  Auch das kein Problem, ein Glück. Da auch der Umbau der Türen schon über 30 Jahren her ist, gehören diese mit zur Oldtimer-Optik. Kurzum: Wir sind stolz wie Oskar ihn mit funkelnden H-Kennzeichen mit auf unsere Welt- und Lebensreise mit zu nehmen.

Zweite Liebe des Bergrennfahrers

Zugegeben: Wir selbst können uns gaaaaarnicht vorstellen, wie man ein anderes Auto noch mehr lieben kann als die dicke sandfarbene Knutschkugel. Doch wessen Herz da noch mehr für gelbe Flitzer schlägt, dieser sei nun auch unbedingt in unserer Detailansicht erwähnt. So handelt es sich dabei um einen unglaublich sympathischen sowie erfolgreichen Bergrennfahrer. Unter Mitstreitern mit dem Spitznamen Don Schotter bekannt, ließ er unter der Flagge von Dosti Racing kaum eine Chance aus in die Pedale zu treten. Mit Erfolg.

Mit einem selbst gebauten Rennwagen, sauste sich Don Schotter regelmäßig auf die ersten Ränge und zog die Aufmerksamkeit der Szene auf sich. Dass natürlich dabei auch der Düdo nicht unbemerkt blieb, liegt auf der Hand. Samt Wohnmobil und Anhänger mit Rennwagen, reiste das Gespann umher.

Dabei beruht sein heutiger Zustand natürlich vor allem auf dem Know-How des Auto-Profis. Kurzum: Schotter sei Dank – So dürfen wir uns heute über einen liebevoll gepflegten Oldtimer Düdo freuen.

Merceds Benz T2/L Wohnmobil mit Porsche

Bei dem ursprünglichen Bergrenn-Auto handelte es sich nicht um diesen gelben Porsche.

Kein Diesel

Wir haben auch erst geschluckt, da Diesel ja der eher typischere Treibstoff bei Fernreisemobilen ist. Nach längerer Recherche und vielen Gesprächen mit Freunden, liegen wir allerdings mit unserem Benziner anscheinend doch garnicht so schlecht.

  • Benzin ist in manchen Ländern einfacher zu bekommen als Diesel
  • Benzin ist im Ausland manchmal billiger als Diesel
  • Reparaturen sind an Benzinmotoren sauberer– Tschüss schmoddrige Diesel-Hände.
  • Benzin schneidet umwelttechnisch trotz Oldtimer-Status besser ab als Diesel

Aha! Erster Punkt also für den Benziner. Zudem habe ich selbst eher Erfahrung mit Benzin-Motoren, sodass ich bei Pannen darauf bauen kann.

Um dennoch der Benzinfalle auf weiten Strecken entgegen zu wirken, steht bei uns das Projekt LPG-Gasanlage noch bevor, was die Verfügbarkeit von Benzin ein Stückweit unrelevanter macht. Die zusätzliche Option Gas als Treibstoff zu verwenden, macht uns zusätzlich etwas unabhängiger von der Frage: Benzin oder Diesel. Wer hier um das H-Kennzeichen bangt: Ruhig Motor! Der Motorumbau macht keine Probleme. Wesentlich ist nur: Verwende die alte Art der Einspritzung um dein H-Kennzeichen zu behalten. Diese gab es schon zu seiner Zeit.

Im Zweifelsfall hole dir ruhig etwas Rat beim TÜV-Prüfer. Freundlich gefragt, bist du danach auf der sicheren Seite.

Was zum… ist ein Düdo? Und T2 ist doch ein VW Bus.

Ich muss zugeben, ganz so einfach war das alles am Anfang für uns auch nicht. Bis ich herausgefunden hatte, dass es sich bei unserem 408 um einen Mercedes Benz T2/L handelt, hatte Amazon schon so einiges an Teilen angekarrt. Blame on me – Shit!

Wikipedia sagt folgendes dazu:

T 2 bezeichnet eine Baureihe von Mercedes-Benz-Transportern , die von 1967 bis 1996 von Daimler-Benz gebaut wurde. Der T 2 wird auch als Düsseldorfer Transporter bezeichnet (in Fachkreisen DüDo), da er bis 1991/1992 im Werk Düsseldorf gebaut wurde; die Bezeichnung T 2 erhielt der Transporter erst später nach Einführung des kleineren T 1 .

Also entstand der Spitzname unseres Vans aus seiner Geburtsstätte. Auch nett!

Zum Abschluss

Wir können nur sagen: Verdammtes Glück gehabt. Und deshalb ist es uns eine echte Herzenssache an dieser Stelle noch einmal ganz offiziell Danke zu sagen. Danke an unsere Familien und danke an Don Schotter als Vorbesitzer. Ohne die sorgfältige Pflege dieses Mannes wäre das Auto heute wohl nicht mehr auf seinen Rädern. Wir freuen uns wahnsinnig ihm noch einmal Leben einzuhauchen zu dürfen und mit ihm gemeinsam die Welt zu erkunden.

Düdo Caro und Chris

Vorab bekommt er nun jedoch erst einmal einen neuen Anzug. Innen und außen frisch aufgehübscht, arbeiten wir unnachgiebig an unserem Traum. Der Weg ist das Ziel! Und wir genießen JEDES Stück davon.

Nun zu dir. Was hältst du von unserem Don? Hast du vielleicht selbst einen Düdo und ein paar tolle Tipps für uns? Rein in die Kommentare! Wir freuen uns auf dich.

Chris

Chris

Ich bin Chris! Minimalist, Digitaler Nomade, Gearjunkie und Freelance Designer. Ich befasse mich mit Ausrüstung, Klamotten und Technik. Testen. Optimieren. Maximieren.

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